Mit Blick auf die deutschen Reaktionen zeigte sich Farhang empört. «Wir mischen uns auch nicht in die inneren Angelegenheiten der Bundesrepublik oder gar in laufende Rechtsverfahren ein», sagte er. «Wenn deutsche Politiker indirekt mit dem Abzug der Bundeswehr drohen, dann grenzt das an eine Art von Erpressung.»Die drohende Todesstrafe gegen einen zum Christentum übergetretenen Afghanen hatte zuvor für Empörung in Deutschland gesorgt. Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte der «Frankfurter Rundschau», er verfolge den Fall «mit großer Sorge». Er werde sich - falls nötig - auch persönlich einschalten. Die Religionsfreiheit sei sowohl in der afghanischen Verfassung als auch in der internationalen Menschenrechtskonvention garantiert, die Afghanistan unterzeichnet habe.
Dem 40-jährigen Abdul Rahman, der neun Jahre lang in Deutschland lebte, droht die Todesstrafe, weil er zum Christentum übergetreten ist. Nach den strengen Regeln der islamischen Rechtsprechung, der Scharia, wird dies als Verbrechen bewertet und mit dem Tod bestraft. Rahman kehrte aus Deutschland in seine Heimat zurück, um sich um das Sorgerecht für seine beiden bei den Großeltern lebenden Töchter zu bemühen. (nz)