netzeitung.deMenschen stehen Schlange vor Milosevics Sarg

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Milosevics Sarg in Belgrad (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Milosevics Sarg in Belgrad
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Zahlreiche Anhänger von Milosevic haben in Belgrad vor seinem Sarg Abschied von dem Ex-Präsidenten genommen. Er wurde im Geschichtsmuseum aufgebahrt - gegen den Willen der Museumsdirektorin.

Die Aufbahrung des Leichnams des früheren jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic hat in Belgrad hunderte seiner Anhänger angezogen. Vor allem ältere Menschen erwiesen ihm die letzte Ehre, indem sie an seinem im Geschichtsmuseum aufgestellten Sarg vorbeidefilierten. Ein privater Fernsehkanal übertrug das Geschehen.

Kein Mitglied der Milosevic-Familie war bei der Zeremonie zugegen. Die Witwe, Mirjana Markovic, und Sohn Marko hielten sich weiterhin in Moskau auf, Tochter Marija lebt in Montenegro. Ob die Witwe zur Beerdigung am Samstag eintrifft, blieb weiterhin unklar. Ein hoher Funktionär der von Milosevic bis zum Tode geführten Partei SPS behauptete, Mirjana werde am Freitag in Belgrad erwartet.

Das Belgrader Kreisgericht verwies allerdings zum zweiten Mal in zwei Tagen darauf, dass Frau Markovic bei der Einreise ihren Pass abgeben muss und nicht ausreisen dürfe, ohne zuvor vor dem Gericht zu erscheinen. Gegen sie wird seit Jahren ein Prozess wegen Amtsmissbrauchs geführt.

Museum ist Tito gewidmet
Die Direktorin des Museumskomplexes «25. Mai», Ljiljana Cetinic, protestierte derweil vergeblich gegen die Aufstellung des Sarges mit Milosevic in ihrem Museum. Die Umwandlung einer Kultureinrichtung in eine Grabkapelle sei «gegen ihren Willen» entschieden worden, heißt es in ihrer Stellungnahme. Zuvor hatten schon einige Belgrader Kultureinrichtungen die Forderung der Milosevic-Sozialisten zur Aufstellung des Sarges abgelehnt.

Der Museumskomplex war früher dem 1980 gestorbenen jugoslawischen Partisanenmarschall und Präsidenten Josip Broz Tito gewidmet. Seine Gruft befindet sich unweit des Museums.

So viele Besucher, wie von den Sozialisten erhofft, kamen allerdings nicht. Die Sozialisten haben vorausgesagt, dass mehr als 10.000 Menschen Milosevic, der vor dem Haager UN-Tribunal als Kriegsverbrecher angeklagt war, die letzte Ehre erweisen würden. Danach sah es am Donnerstag allerdings nicht aus. (nz)