netzeitung.deIranische Zeitung bricht Karikatur-Tabu

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Mahmud Ahmadinedschad (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Mahmud Ahmadinedschad
Foto: dpa
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25 Jahre lang hat es keine iranische Zeitung gewagt, eine Karikatur des Präsidenten abzudrucken. Jetzt machte sich ein Zeichner über die politischen Probleme des Staatschefs Ahmadinedschad lustig.

Eine iranische Zeitung hat eine Karikatur von Präsident Mahmud Ahmadinedschad veröffentlicht und damit zum ersten Mal seit mehr als 25 Jahren das Staatsoberhaupt des Landes satirisch dargestellt. Die Zeichnung, die am Sonntag auf der letzten Seite der reformorientierten Zeitung «Etemad Melli» erschien, zeigt Ahmadinedschad, wie er, umringt von Geflügel, auf einen Boxsack einschlägt, auf dem das Symbol für Radioaktivität zu sehen ist.

Die Karikatur zeige, wie sich Ahmadinedschad mit zwei innen- und außenpolitisch wichtigen Themen beschäftige, nämlich dem iranischen Atomprogramm und der Vogelgrippe, sagte der Karikaturist Bosorgmehr Hosseinpur. Er habe die Gelegenheit zu der Karikatur genutzt, nachdem das Kulturministerium entsprechende Darstellungen des Präsidenten erlaubt habe. Der Iran steht wegen seines umstrittenen Nuklearprogramms international unter Druck, und in der vergangenen Woche bestätigte die Regierung die Vogelgrippe bei Wildvögeln im Norden des Landes.

Aus Respekt haben iranische Zeitungen in den vergangenen 25 Jahren auf Karikaturen der Präsidenten verzichtet, die alle – anders als Ahmadinedschad – muslimische Geistliche waren. Im Jahr 2000 veröffentlichte ein Blatt eine Karikatur, auf der lediglich der Fuß des damaligen Präsidenten Mohammed Chatami zu sehen war. (nz)