11.02.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Der dänische Regierungschef Rasmussen
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Nach Drohungen wegen der Mohammed-Karikaturen hat die dänische Regierung ihr Botschaftspersonal aus dem Iran, Indonesien und Syrien abberufen. Dänen wurden dringend aufgefordert, Indonesien zu verlassen. Thema: Mohammed-Satire Proteste gegen Karikaturen in Deutschland Steinmeier und Gül verbreiten Toleranz-Appell Französische Botschaft in Teheran demoliert Karikaturen steigern Auflagen der Zeitungen Erneut weltweit Proteste gegen Karikaturen NZ-Forum: «Schnallt Eure Bombengürtel ab!»
Wegen der gewaltsamen Reaktionen von Muslimen auf die Mohammed-Karikaturen hat Dänemark seine Diplomaten aus dem Iran, Indonesien und Syrien zurückgezogen. Zudem wurden alle in Indonesien lebenden Dänen aufgerufen, das Land zu verlassen.
Das Außenministerium in Kopenhagen erklärte am Samstag in einer Stellungnahme, die Mitarbeiter in den Ländern hätten «ernsthafte und konkrete» Drohungen erhalten. Zudem seien die Sicherheitsvorkehrungen der syrischen Behörden für die dänischen Diplomaten unzureichend.
Die konsularischen Aktivitäten Dänemarks in Syrien würden fürs erste von der deutschen Botschaft in Damaskus übernommen, hieß es weiter. In den vergangenen Tagen waren dänische Botschaften in mehreren Ländern Ziel von Attacken wütender Muslime, die gegen die Veröffentlichung von Karikaturen des islamischen Propheten Mohammed protestierten.
Proteste in Pakistan angekündigtIn Pakistan riefen die Regierungspartei und mehrere islamische Gruppen zu einem landesweiten Streik am 3. März auf. Außerdem sollten die Menschen Produkte aus Ländern boykottieren, in denen die umstrittenen Zeichnungen erschienen seien. Die Gruppen kündigten für den 19. Februar eine Großdemonstration in der Hauptstadt Islamabad an, am 26. Februar soll in Lahore protestiert werden.
Der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono forderte Zeitungen weltweit auf, die Karikaturen nicht mehr abzudrucken. Der Nachdruck der zuerst in einer dänischen Zeitung erschienen Zeichnungen verstärke nur die gewaltsamen Proteste in der islamischen Welt, schrieb der Präsident des bevölkerungsreichsten muslimischen Landes in einem Gastbeitrag für die «International Herald Tribune».
«Die Karikaturen im Namen der Meinungsfreiheit nachzudrucken ist ein Akt sinnloser politischer Waghalsigkeit», kritisierte Yudhoyono. Zudem sende die westliche Presse damit die Botschaft aus, «dass es in einer Demokratie zulässig ist, den Islam zu beleidigen. Diese Botschaft beschädigt Bemühungen, zu beweisen, dass Demokratie und Islam zusammenpassen.»
In der indonesischen Hauptstadt Jakarta protestierten am Samstag 600 Demonstranten gegen die Mohammed-Karikaturen. Die Kundgebung verlief friedlich. Eine Woche zuvor hatten Demonstranten in Jakarta das Gebäude der dänischen Botschaft gestürmt, die dänische Flagge heruntergerissen und verbrannt.
Saudischer Geistlicher fordert BestrafungDer ranghohe saudiarabische Geistliche Scheich Abdul Rahman al Sides forderte in seiner Predigt die Muslime weltweit auf, eine Entschuldigung für die Karikaturen nicht zu akzeptieren. Stattdessen müssten die Zeichner und verantwortlichen Redakteure vor Gericht gestellt und bestraft werden, sagte al Sides nach einem Bericht der Zeitung «Al Rijad» am Freitag.
In Jerusalem protestierten palästinensische Jugendliche gegen die Karikaturen. Polizeisprecher Schmuel Ben Rubi sagte, die Demonstranten hätten sich vor dem Damaskus-Tor der Stadt versammelt. Beamte hätten eingegriffen, bevor die Palästinenser dänische Flaggen verbrennen konnten. (nz)