netzeitung.deVier Tote bei Karikatur-Protest in Afghanistan

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Polizisten in Kabul schlagen einen Demonstranten gegen Mohammed-Karikaturen (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Polizisten in Kabul schlagen einen Demonstranten gegen Mohammed-Karikaturen
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

In Afghanistan sind bei Ausschreitungen wegen Mohammed-Karikaturen vier Menschen getötet worden. Aufgebrachte Muslime hatten einen Stützpunkt norwegischer Soldaten gestürmt.

Der Karikaturenstreit hat in Afghanistan zu besonders schweren Ausschreitungen geführt. Vier Demonstranten kamen dabei ums Leben. In der nordwestlichen Stadt Maymana griffen rund 300 Menschen einen kleinen Stützpunkt norwegischer Soldaten der Isaf-Schutztruppe an. Sie warfen erst mit Steinen, dann explodierten Granaten. Laut BBC-Angaben hätten die Isaf-Soldaten dann Warnschüsse abgegeben und die Demonstration mit Tränengas aufgelöst.

Warum die Demonstranten umkamen, ist unklar. In die Menge hatten die Soldaten laut BBC nicht geschossen. Dennoch wiesen die Toten Schusswunden auf. Auch die afghanische Polizei wies von sich, auf die Protestierenden geschossen zu haben. Mindestens 15 weitere Demonstranten wurden nach Krankenhausangaben verletzt. Auch fünf norwegische und zwei finnische Soldaten wurden leicht verwundet.

«Zeichner an den Marterpfahl»
Das norwegische Truppen-Kommando forderte Kampfflugzeuge an, die Warnschüsse abgaben. Eine schnelle Eingreiftruppe der Isaf mit fünf Hubschraubern und britischen Soldaten wurde nach Maymana verlegt. Die Uno kündigte den Abzug von Mitarbeitern aus der Stadt an. Die Lage sei äußerst gespannt, sagte ein Sprecher der UN-Mission für Afghanistan.

Der Protestzug in Afghanistan wurde vom regionalen Regierungschef Akram Durrani und mehreren Ministern angeführt. «Alle islamischen Länder sollten ihre diplomatischen Beziehungen zu Dänemark abbrechen, bis es sich öffentlich bei allen Moslems entschuldigt hat», forderte er. «Die Zeichner an den Marterpfahl», riefen die Demonstranten.

Erst am Montag waren in Afghanistan drei Menschen bei Protesten ums Leben gekommen. (nz)