07.02.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Radikale Anhänger des Islam rufen oftmals zum «Heiligen Krieg» auf. Welche Bedeutung er hat, wird im Islam unterschiedlich ausgelegt.
Im Islam steht das im Westen meist mit Heiliger Krieg übersetzte arabische Wort «Dschihad» für die religiöse Pflicht der Gläubigen, ihre Religion zu verbreiten und notfalls mit Gewalt zu verteidigen.
Terroristische Fundamentalisten stellen meist die Gewalt in den Vordergrund. Doch die Mehrzahl der muslimischen Rechtsgelehrten versteht unter dem wörtlich mit «Anstrengung» oder «Abmühen» übersetzten Dschihad die Verpflichtung zu einem geistigen und gesellschaftlichen Einsatz zur Verbreitung des Glaubens. Danach sollen die Muslime den Dschihad sowohl mit dem «Herzen» (gegen sich selbst), der «Zunge und Hand» (zur Überzeugung und als Beispiel für andere) sowie mit dem «Schwert» führen.
Krieg darf nach dieser Auslegung nur gegen Angreifer, also ausschließlich zur Verteidigung und zum Schutz, geführt werden. Erst im Laufe der islamischen Religionsgeschichte wurden weltliche Kämpfe und Kriege um wirtschaftliche und politische Macht - den christlichen Kreuzzügen vergleichbar - zum Dschihad hochstilisiert. (dpa)