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Taliban für Heiligen Krieg wegen Karikaturen

07. Feb 2006 10:28, ergänzt 11:11
Demonstranten in Afghanistan
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Als Reaktion auf Mohammed-Karikaturen haben die radikal-islamischen Taliban angekündigt, dänische Soldaten angreifen zu wollen. Demonstranten stürmten das Lager einer norwegischen Isaf-Einheit.

Thema: Mohammed-Satire
Die radikal-islamischen Taliban haben die muslimische Welt wegen der Mohammed-Karikaturen zum Heiligen Krieg (Dschihad) aufgefordert. Taliban-Sprecher Qari Yussif Ahmadi sagte der dpa am Dienstag, die Rebellen würden wegen der Veröffentlichungen besonders dänische Soldaten ins Visier nehmen. «Alle ausländischen Invasoren in Afghanistan sind unser Ziel, wegen der Beleidigungen werden wir aber besonders dänische Soldaten angreifen.»

In Afghanistan kam es am Dienstag erneut zu zahlreichen Demonstrationen gegen die Karikaturen. So griffen Demonstranten am Dienstag in der Stadt Maymana norwegische Soldaten in deren Lager an. Wie ein Armeesprecher in Oslo mitteilte, bewarfen etwa 200 bis 300 Personen das Lager der zur internationalen ISAF-Truppe gehörenden Einheit mit Steinen und drangen durch das Haupttor ins Innere ein. Bei den Unruhen wurde ein Muslim getötet.

Bilderschau:
Dabei sei es auch zu Brandstiftung gekommen. In dem Lager waren lediglich 20 Soldaten. Es habe mehrere Verletzte gegeben. Als die norwegische Einheit das ISAF-Hauptquartier um Verstärkung durch Einsatzkräfte zu Land und aus der Luft ersuchte, setzte die ISAF tief fliegende Flugzeuge ein, um die Demonstration aufzulösen.

Proteste in Afghanistan und Pakistan

Teils gewalttätige Proteste wurden aus sieben Provinzen und der Hauptstadt Kabul gemeldet. Bei einer Demonstration in der nordafghanischen Stadt Pul-i-Kumri sei ein Soldat der Internationalen Schutztruppe ISAF durch Steinwürfe verletzt worden, hieß es aus Sicherheitskreisen. Augenzeugen berichteten, in Kabul hätten Demonstranten erfolglos versucht, auf das Gelände der dänischen Botschaft vorzudringen. Die Polizei habe Schlagstöcke eingesetzt. Randalierer hätten zudem die Scheiben eines Büros einer internationalen Hilfsorganisation eingeworfen.

An der bisher größten pakistanischen Demonstration seit Beginn des Karikaturen-Streits nahmen am Dienstag etwa 5.000 Menschen teil. Die aufgebrachte Menschenmenge in der Grenzstadt Peschawar verbrannte Puppen, die den dänischen Regierungschef und einen der dänischen Karikaturisten darstellen sollten. Angeführt wurde die Kundgebung von dem Chefminister der Provinz, Akram Durrani. «Wer auch immer die Karikaturen gemacht hat, sollte wie ein Terrorist bestraft werden», forderte Durrani. (nz)

 
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