netzeitung.deMuslime akzeptieren dänische Erklärung nicht

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Nachdruck der Karikaturen in einer französischen Zeitung (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Nachdruck der Karikaturen in einer französischen Zeitung
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Im Streit um Mohammed-Karikaturen ist kein Ende absehbar. Der ägyptische Botschafter in Dänemark wies eine Erklärung der dänischen Regierung zurück. In zahlreichen Ländern gingen die Proteste unvermindert weiter. Thema: Mohammed-Satire Dänemark sendet «Botschaft» an Muslime Auslandszeitungen lehnen Entschuldigung ab Dänische Botschaft in Jakarta angegriffen Jüdisches Webmagazin gehackt Annan fordert Kulturen zum Dialog auf

Der ägyptische Botschafter in Dänemark hat am Freitag die Antwort der dänischen Regierung auf die umstrittenen Mohammed-Karikaturen als unzureichend kritisiert. Das Land müsse mehr tun, um die muslimische Welt zu besänftigen, sagte Mona Omar Attia nach einem Treffen mit Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen, an dem auch die Botschafter weiterer Länder teilgenommen hatten, unter anderem aus dem Iran, der Türkei und dem Libanon.

«Organisierte Strategie gegen Muslime»
Hunderttausende Iraner haben nach dem Freitagsgebet in der Hauptstadt Teheran und anderen iranischen Städten gegen die Veröffentlichung von Karikaturen des Propheten Mohammed in europäischen Zeitungen protestiert. In Teheran gingen mehrere tausend Menschen auf die Straße. Sie skandierten Slogans wie «Diese Beleidigung bleibt nicht ohne Antwort» sowie «Tod Amerika» und «Tod Israel».

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad sagte, wenn Muslime derartige Beleidigungen ignorierten, würden die anti-islamische Bewegungen noch weiter um sich greifen. Der frühere Präsident und nach wie vor einflussreiche Politiker Ali Haschemi Rafsandschani bezeichnete die Karikaturen beim Freitagsgebet in Teheran als «organisierte Strategie gegen die Muslime».

Er fügte hinzu: «Das war ein sehr hässlicher Schritt einiger Zeitungen.» Damit würden 1,6 Milliarden Muslime weltweit beleidigt. Die Zeichnungen waren vor vier Monaten zuerst in der dänischen Zeitung «Jyllands-Posten» veröffentlicht worden und sind seither auch von mehreren europäischen Zeitungen gedruckt worden.

Demonstrationen in Ägypten und Syrien
In Ägypten und Syrien haben nach dem Freitagsgebet Tausende von Muslimen gegen die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in Europa protestiert. «Boykottiert Produkte aus den USA und Dänemark und aus anderen europäischen Staaten», stand auf einem Plakat, das ein Demonstrant vor der Al-Murabit-Moschee in Damaskus trug. An dem Gebet in der Moschee nahm der Vorsitzende des Politbüros der radikal-islamischen palästinensischen Hamas teil.

Die Sicherheitskräfte hinderten vor der Al-Azhar-Moschee in Kairo rund 1200 Gläubige daran, ihren Protest von der Moschee auf die Straße zu tragen. Sie verbrannten dänische Fahnen. An einer ähnlichen Protestaktion in der ägyptischen Hafenstadt Alexandria beteiligten sich rund 3000 Menschen.

Erstmals Proteste in Russland
In dem eskalierenden Streit um Karikaturen des Propheten Mohammed haben erstmals auch islamische Prediger in Russland ihre Gemeinden zum Boykott von Waren aus der EU aufgerufen. Beim Freitagsgebet in der Hauptmoschee von Machatschkala verurteilten etwa 7000 Menschen die Veröffentlichung von Karikaturen des Propheten als lästerlich. Zu dem Gebet seien deutlich mehr Menschen gekommen als sonst üblich, meldete die Nachrichtenagentur Itar-Tass aus der Hauptstadt der Teilrepublik Dagestan im Nordkaukasus. In Russland leben etwa 20 Millionen Muslime. Der Nordkaukasus und die Regionen Tatarstan und Baschkirien sind islamisch geprägt. (nz)