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Dänemark sendet «Botschaft» an Muslime

03. Feb 2006 11:14, ergänzt 12:12
Dänischer Premier Anders Fogh Rasmussen
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Im Streit um die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen hat sich die dänische Regierung an die arabische Welt gewandt. Premier Rasmussen versicherte, die Dänen hätten nicht die Absicht, Muslime zu beleidigen.

Thema: Mohammed-Satire
Der dänische Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen hat in Kopenhagen vor «unüberschaubaren Konsequenzen» bei einer weiteren Eskalation des Streits um Mohammed-Karikaturen gewarnt. Der Regierungschef sagte vor den in Dänemarks Hauptstadt akkreditierten Botschaftern zu den massiven Protesten in der islamischen Welt: «Wir haben es mit einem Problem zu tun, dass erhebliche Teile der Welt umfasst. Die Zeichnungen sind nun von Zeitungen in ganz Europa nachgedruckt worden. Wenn die Proteste auf den Straßen weiter eskalieren, können wir vor unüberschaubaren Konsequenzen in allen berührten Ländern stehen.»

Am Vorabend hatte sich Rasmussen über den Fernsehsender Al Arabija wegen der Proteste direkt an die Bevölkerung islamischer Länder gewandt. In einem am Donnerstagabend ausgestrahlten Interview sagte er: «Ich habe eine sehr wichtige Botschaft an Sie: Das dänische Volk hat die Meinungsfreiheit und die Religionsfreiheit über Generationen verteidigt. Wir respektieren zutiefst alle Religionen einschließlich des Islam. Für mich ist es wichtig, Ihnen zu sagen, dass die Menschen in Dänemark nicht die Absicht haben, Muslime zu beleidigen.»

Rasmussen erklärte, er sei äußerst bestürzt darüber, dass viele Muslime die vor vier Monaten in der Zeitung «Jyllands-Posten» veröffentlichten Zeichnungen als Beleidigung des Propheten Mohammed angesehen hätten. Er hoffe, dass die Entschuldigung durch das Blatt für die Beleidigung religiöser Gefühle helfe, die derzeitige Eskalation zu bremsen. Weder seine Regierung noch die Bevölkerung in Dänemark könnten aber für das verantwortlich gemacht werden, was in den freien Medien veröffentlicht werde.

Die Zeichnungen waren im September in Dänemark publiziert und vor kurzem in Norwegen nachgedruckt worden. Die dänische Zeitung hat sich zwar inzwischen für die Veröffentlichung entschuldigt, die Proteste dagegen reißen jedoch nicht ab.

Auf moslemischer Seite wird die Auseinandersetzung inzwischen als grundsätzlich angesehen: «Es geht nicht mehr um die Freiheit der Gedanken oder der Meinungen und Überzeugungen», hieß es in einem Kommentar der staatlichen ägyptischen Zeitung «Al-Gomhuria». «Es handelt sich um eine Verschwörung gegen den Islam und die Moslems, deren Vorbereitung vor vielen Jahren begonnen wurde.»

Der pakistanische Senat kritisierte die Veröffentlichung von «herabwürdigenden» Mohammed-Karikaturen in europäischen Medien scharf. In einer am Freitag einstimmig verabschiedeten Resolution des Oberhauses hieß es: «Der Senat verurteilt in schärfster Form die absichtliche und konzertierte Aktion der europäischen Medien generell und der dänischen Zeitung (die die Karikaturen als erstes druckte) im Besonderen.» Senatspräsident Wasim Sajjad, der die Resolution eingebracht hatte, sagte, die Karikaturen hätten die Gefühle von Muslimen in der ganzen Welt verletzt.

Senator Khurshid Mehmood vom islamistischen Parteienbündnis MMA sagte, Muslime würden es nicht hinnehmen, wenn versucht werde, ihre Religion zu verleumden. Die MMA hat die Zeit nach dem Freitagsgebet zu landesweiten Protesten gegen die Veröffentlichungen aufgerufen. Mehmood forderte die Regierung auf, den pakistanischen Botschafter aus Kopenhagen abzuziehen. Das pakistanische Außenministerium hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass Pakistan beim dänischen Botschafter in Islamabad Protest gegen die Karikaturen eingelegt habe. (nz)

 
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