netzeitung.deDänische Botschaft in Jakarta angegriffen

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Proteste gegen Karikaturen (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Proteste gegen Karikaturen
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die gewaltsamen Proteste gegen Mohammed-Karikaturen weiten sich aus. In Indonesien stürmten radikale Muslime die dänische Botschaft. Thema: Mohammed-Satire Jüdisches Webmagazin gehackt Annan fordert Kulturen zum Dialog auf Deutscher in Nablus kurzzeitig entführt Satire-Streit: Islamisten drohen Deutschen Schäuble verteidigt Mohammed-Satire

Aus Protest gegen die umstrittenen Mohammed-Karikaturen in der Zeitung «Jyllands-Posten» haben rund 150 Demonstranten am Freitagmorgen das Gebäude der dänischen Botschaft in Jakarta gestürmt. Sie rissen die dänische Flagge herunter und verbrannten sie auf der Straße. Zudem wurden Eier auf das Hochhaus geworfen, in dem mehrere diplomatische Vertretungen untergebracht sind. Auch in anderen muslimischen Ländern gingen die Proteste gegen die Zeichnungen weiter.

«Wir sind keine Terroristen, wir sind keine Anarchisten, aber wir sind gegen Leute, die den Islam beleidigen», riefen die Demonstranten. Sie bezeichneten sich als Mitglieder oder Anhänger der Partei Islamische Verteidigerfront, die für die Einführung des islamischen Rechts im bevölkerungsreichsten muslimischen Land der Erde eintritt. Drei der Demonstranten erklärten später, sie seien bis zum dänischen Botschafter im 25. Stock vorgedrungen, der eine formelle Entschuldigung bei allen indonesischen Muslimen in Aussicht gestellt habe.

Später versammelten sich die Demonstranten auch zu einer kurzen Protestkundgebung vor dem Redaktionsgebäude der Zeitung «Rakyat Merdeka» in Jakarta. Diese hatte am Donnerstag eine der Karikaturen auf ihrer Web-Site veröffentlicht, um ihren Bericht über die weltweiten Proteste zu illustrieren. Die Chefredaktion entschuldigte sich am Freitag auf derselben Web-Site bei allen, die daran Anstoß genommen haben sollten. Das indonesische
Außenministerium kritisierte den Nachdruck als Zeichen mangelnder Sensibilität.

In Pakistan wurden die Karikaturen am Freitag in einer Parlamentsdebatte scharf verurteilt. Für kommenden Dienstag wurde eine Sondersitzung zur Verabschiedung einer formellen Resolution gegen die Zeichnungen einberufen. «Wir werden die Veröffentlichung solcher Gotteslästerungen nicht dulden», sagte der Senator Khurshid Ahmed.

UN-Generalsekretär Kofi Annan äußerte sich besorgt über den eskalierenden Streit. Die Pressefreiheit müsse den Glauben aller Religionen respektieren, sagte er nach Angaben seines Sprechers Stéphane Dujarric. Missverständnisse und Abneigungen müssten im friedlichen Dialog und mit gegenseitigem Respekt überwunden werden. (nz/AP)