netzeitung.deHintergrund: Prophet mit Sonderstellung

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Gläubige in Moschee (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Gläubige in Moschee
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der Prophet Mohammed nimmt im islamischen Glauben eine absolute Sonderstellung ein. Nur vor diesem Hintergrund lässt sich die Eskalation um die Karikaturen nachvollziehen.

Die Wut vieler Muslime auf die Veröffentlichung von Karikaturen über ihren Propheten lässt sich vor allem durch die besondere Stellung Mohammeds im islamischen Glauben erklären. Muslime erkennen zwar auch Jesus, Moses und Abraham als Propheten an. Mohammed jedoch wird auch der «Siegel der Propheten» genannt – das soll heißen, dass nach ihm keine anderen Propheten mehr kommen.

Wenn ein gläubiger Muslim den Propheten erwähnt, fügt er hinter dem Namen immer «Gottes Frieden und Segen seien mit ihm» an. Das gilt für Wort und Schrift.

Mohammed, der Verkünder des Islams, gehörte zum Stamme der Kuraisch und wurde in der Stadt Mekka im heutigen Saudi-Arabien geboren. Er arbeitete unter seiner Frau Khadija, der eine Karawanserei gehörte. Nach islamischer Überlieferung soll ihm Gott im Alter von 40 Jahren die Verse des Koran offenbart haben. Zentraler Punkt der neuen Religion war der Glaube an den einzigen Gott, neben dem es keine anderen Götter oder Heiligen geben soll.

Mohammed fand zwar in Mekka einige Anhänger, die Mehrheit der Mächtigen wandte sich jedoch gegen ihn. Im Jahr 622 verließ er daher mit seiner Gemeinde die Stadt und zog ins benachbarte heutige Medina. Bis zu seinem Tod gelang es Mohammed, den Islam auf der Arabischen Halbinsel zu verbreiten und nach Syrien und Palästina zu tragen.

Er starb 632 und wurde in Medina bestattet. Über seinem Grab erhebt sich heute die zweitwichtigste Moschee des Islam. Knapp 1400 Jahre nach seiner Gründung ist der Islam die zweitgrößte der drei monotheistischen Religionen.

Muslime orientieren sich bis zum heutigen Tag an seinem Beispiel, wobei sie Berichte über sein Leben und seine Aussprüche zu Rate ziehen. In vielen Ländern wird der Geburtstag des Propheten («Mulid al-Nabi») gefeiert, was einige puritanische Muslime jedoch ablehnen. (nz)