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Tausende protestieren gegen Karikaturen

01. Feb 2006 15:17, ergänzt 22:12
Jemenitische Frauen protestieren gegen Karikaturen.
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Die Mohammed-Karikaturen haben heftige Proteste in der arabischen Welt ausgelöst. Im Jemen demonstrierten 80.000 Frauen gegen das dänische Blatt, das die Zeichnungen veröffentlicht hatte.

Die Satirezeichnungen über den Propheten Mohammed haben auch am Mittwoch Proteste ausgelöst. In der jemenitischen Hauptstadt Sanaa gingen 80.000 Frauen auf die Straße und verbrannten dänische Flaggen. Zugleich druckten deutsche und französische Blätter die Zeichnungen nach. Sie waren zuerst von der dänischen Zeitung «Jyllands-Posten» veröffentlicht worden.

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Die jemenitischen Frauen trugen Plakate mit Aufschriften wie «Eine Beleidigung unseres Propheten ist eine Beleidigung für uns» und «Unterstützt den Islam durch den Boykott dänischer Produkte».

Vor der dänischen Botschaft in Ankara demonstierten mehrere Dutzend Mitglieder der islamischen Partei «Glückseligkeit» gegen die Zeichnungen. Eine so «geschmacklose Beleidigung» könne nicht mit einer einfachen Entschuldigung wieder gut gemacht werden, sagte ein Sprecher der Partei.

Auch die französischen Muslime zeigten sich empört über die Veröffentlichung in der «France-Soir». Der Nachdruck sei abscheulich und eine wahrhaftige Provokation der Millionen Muslime in Frankreich», sagte der Präsident des französischen Muslimrates, Dalil Boubakeur. Zu dem Abdruck derselben Karikaturen in deutschen Zeitungen wie der «Welt» und der «Berliner Zeitung» wollte der deutsche Zentralrat der Muslime sich hingegen auf Anfrage der Netzeitung nicht äußern.

Pressekodex ignoriert

Der Deutsche Journalistenverband (DJV) kritisierte dagegen die Nachdrucke in deutschen Blättern. DJV-Sprecher Hendrik Zörner verwies gegenüber der Netzeitung auf Paragraf 10 des Pressekodexes, wonach «Veröffentlichungen in Wort und Bild, die das sittliche oder religiöse Empfinden einer Personengruppe nach Form und Inhalt wesentlich verletzen können, mit der Verantwortung der Presse nicht zu vereinbaren» sind.

Es sei verständlich, wenn Zeitungen den Lesern zeigen wollten, worum es bei dem Konflikt gehe. Dafür hätten sie sich aber auf eine einzelne Karikatur beschränken und darauf achten können, dass sie nicht gegen muslimische Grundsätze verstoßen, sagte er.

«Spiegel-Online» berichtete derweil von islamistischen Kreisen, die offenbar den Server der «Jyllands Posten» attackieren wollen. Ziel sei es, den Server des Blattes durch Überlastung in die Knie zu zwingen.

Die anderen haben gewonnen

Der Chefredakteur von «Jyllands-Posten», Carsten Juste, sagte angesichts der Proteste: «Ich muss zutiefst beschämt zugeben, dass die anderen gewonnen haben.» Wären ihm die Folgen klar gewesen, hätte er dem Abdruck der Zeichnungen nie zugestimmt. Die größte dänische Zeitung steht seit der Veröffentlichung der Karikaturen im Zentrum von massiven Protesten aus der islamischen Welt.

Dänemarks Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen sagte in der Zeitung «Berlingske Tidende», sein Land müsse es nun «mit nicht steuerbaren Kräften» aufnehmen. Er warnte vor allen Aktionen gegen muslimische Zuwanderer in Dänemark.

Kooperation trotz Streit

Ungeachtet des Streits schloss die jordanische Nachrichtenagentur Petra am Mittwoch mit der dänischen Agentur Ritzau ein Kooperationsabkommen ab. Entscheidend für den Abschluss des Abkommens sei die Entschuldigung der Zeitung «Jyllands-Posten» gewesen, hieß es bei Petra. Das Abkommen sieht unter anderen den Austausch von Nachrichten und Bildern vor. (nz)

 
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