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Mohammed-Karikatur empört arabische Welt

30. Jan 2006 09:42
Islamischen Länder machen derzeit Druck auf die dänische Regierung. Es geht dabei um die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen. Libyen kündigte die Schließung seiner Botschaft an.

Karikaturen des Propheten Mohammed in einer dänischen Zeitung haben in muslimischen Ländern erheblichen Unmut ausgelöst. Der Verband der staatlichen Supermärkte in Kuwait stellte einen Boykott dänischer Produkte in Aussicht. Zudem wurde der dänische Botschafter in Saudi-Arabien, der auch die Interessen seines Landes in Kuwait vertritt, ins Außenministerium einbestellt. Libyen kündigte am Sonntag die Schließung seiner Botschaft in Kopenhagen an.

Mehr in der Netzeitung:
Der afghanische Präsident Hamid Karsai äußerte sich dagegen in Kopenhagen zufrieden mit der Reaktion der dänischen Regierung. Nach einem Treffen mit dem dänischen Ministerpräsidenten Anders Fogh Rasmussen sagte Karsai am Sonntag, der Regierungschef habe ihm sein Bedauern ausgedrückt. Doch sei die Presse frei. «Es gibt Dinge, die das politische System nicht kontrollieren kann.» Darüber hinaus sei der «Fehler der Zeitung» mit einer Entschuldigung in Form eines Leitartikels korrigiert worden. Karsai rief die Medien weltweit auf, anderen Kulturen und den Sensibilitäten anderer Völker mit Respekt zu begegnen.

Libyen will verantwortungsbewusste Haltung

Das libysche Außenministerium erklärte, da die dänischen Behörden in diesem Fall keine verantwortungsbewusste Haltung zeigten, habe die Regierung beschlossen, die Botschaft in Kopenhagen zu schließen. Zudem hieß es, es würden weitere Maßnahmen ergriffen. Ein Sprecher des syrischen Außenministeriums forderte die dänische Regierung auf, alle diejenigen zu bestrafen, die für die Karikaturen verantwortlich seien, wie die amtliche Nachrichtenagentur ´Sana berichtete. Kopenhagen müsse sicherstellen, dass «solche Beleidigungen in Zukunft nicht wiederholt werden können».

Kritik äußerte auch die Organisation der Islamischen Konferenz (OIC). Die dänische Regierung habe es versäumt, diesem Fall die notwendige Ernsthaftigkeit zukommen zu lassen, erklärte der OIC-Generalsekretär Ekmeleddin Ihsanoglu am Samstag in Dschidda. Saudi-Arabien hat am Donnerstag bereits seinen Botschafter aus Dänemark zurückgerufen.

Turban in Form einer Bombe

In der Stadt Kuwait protestierten am Samstag hunderte Demonstranten vor der dänischen Botschaft gegen die zwölf Karikaturen, die schon am 30. September in der Aarhuser Zeitung «Jyllands-Posten» erschienen. Darauf wird Mohammed unter anderem mit einem Turban in Form einer Bombe einschließlich brennender Zündschnur abgebildet. In einer anderen Karikatur ist der Prophet mit grauem Bart und einem Schwert in der Hand dargestellt, seine Augen sind mit einem schwarzen Rechteck bedeckt.

Die Zeitung hat es mit Verweis auf die Pressefreiheit abgelehnt, sich für diese Abbildungen zu entschuldigen. Mehrere muslimische Länder haben eine Entschuldigung von der dänischen Regierung angemahnt. Fogh Rasmussen sagte am Sonntag, die Regierung könne nicht dafür verantwortlich gemacht werden, was unabhängige Medien veröffentlichten. Die Regierung verurteile aber Äußerungen oder Taten, die Menschen wegen ihrer Religion oder Herkunft dämonisierten. (nz)

 
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