netzeitung.deRegress bei Entführungen gefordert

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Österreichische Politiker verlangen, dass Geiseln in Krisengebieten für die Kosten ihrer Befreiung selbst aufkommen müssen. Im Jemen waren zwei Österreicher freigekommen.

Nach der Befreiung eines österreichischen Paares aus der Gewalt von Entführern im Jemen ist in Österreich eine Debatte über die Kostenverteilung bei Geiselrettungen entbrannt.

Das Paar hatte nach seiner Freilassung am Freitag erklärt, es wolle seinen Urlaub in dem als unsicher geltenden Land fortsetzen. Vertreter der vier im Parlament vertretenen Parteien forderten am Dienstag in Wien, man müsse darüber «nachdenken», wie der Staat die Kosten zurückfordern könne, die etwa durch fahrlässiges Verhalten von Touristen entstünden.

Auch zum Jemen lagen Reisewarnungen des österreichischen Außenministeriums vor. Bisher wurden die zum Teil erheblichen Kosten für die Befreiung von Geiseln stets aus der Staatskasse bezahlt.

Der außenpolitische Sprecher der konservativen Regierungspartei ÖVP, Michael Spindelegger, sagte, es müssten die Regressansprüche des Staats geprüft werden, wenn sich Reisende abseits gesicherter Routen im Ausland bewegten.

Versicherungen gefordert
Sprecher der oppositionellen Sozialdemokraten und Grünen forderten eine spezielle Versicherung für Reisende in Krisengebiete mit hohem Entführungsrisiko.

Schon heute werden in Österreich Personen, die etwa durch eigenes Verschulden in Bergnot geraten oder etwa von einer Lawine verschüttet werden, an den Bergungskosten beteiligt. Dies solle künftig auch für Entführungsopfer gelten, forderte der Fraktionsvorsitzende der Freiheitlichen Partei, Herbert Scheibner, im österreichischen Rundfunk ORF. (nz)