24.11.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Bundeswehr-Soldaten in Afghanistan
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Nato hat besorgt auf die Entscheidung Usbekistans reagiert, künftig nicht mehr als Stützpunkt für die Isaf-Mission in Afghanistan zur Verfügung zu stehen. Ein Versorgungsengpass wird allerdings nicht befürchtet.
Die Nato prüft, wie sie auch künftig die Versorgung der Internationalen Schutztruppe für Afghanistan (Isaf) gewährleisten kann. Hintergrund sind Pläne Usbekistans, seinen Luftraum und den Landweg für den Nachschub der Isaf-Mission zu sperren. Mehrere Nato-Staaten seien von der usbekischen Regierung darüber informiert worden, dass sie im kommenden Jahr nicht mehr zu den Einsätzen der Afghanistan-Schutztruppe via Usbekistan fliegen dürften, sagten Nato-Beamte in Brüssel. Wer die betroffenen Länder sein könnten, sagten sie nicht.
Die Beamten betonten lediglich, im Bündnis würden nun Alternativen geprüft. «Dies wird nicht unsere Fähigkeit zur Versorgung der Soldaten beeinträchtigen», hieß es.
Versorgung der deutschen Soldaten Auch die Bundesregierung prüft Alternativen zum Bundeswehrstandort im usbekischen Termes. Dies geschehe im Einvernehmen mit der Nato, sagte der neue Regierungssprecher Ulrich Wilhelm am Donnerstag in Berlin. Man sei mit dem Bündnis über «andere Möglichkeiten» im Gespräch. «Man ist an diesem Thema dran und ich gehe davon aus, dass man mit diesem Thema klarkommen wird», sagte Wilhelm. Der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Thomas Raabe, betonte, die Versorgung der deutschen Soldaten in Afghanistan über den Luftwaffenstützpunkt Termes sei gewährleistet.
Unterdessen teilte das usbekische Außenministerium mit, Deutschland dürfe weiterhin die zentralasiatische Republik als Stützpunkt zur Versorgung ihrer Truppen im benachbarten Afghanistan nutzen. Gegen den Bundeswehrstützpunkt Termes in Südusbekistan an der Grenze zu Afghanistan seien keine Sanktionen ausgesprochen worden, sagte ein namentlich nicht genannter Mitarbeiter des Ministeriums am Donnerstag der Agentur Interfax. Dagegen habe Usbekistan ein Überflugverbot für Spanien, Belgien, die Niederlande und Schweden angekündigt.
Der deutsche Regierungssprecher Wilhelm hatte zuvor gesagt, die Bundesregierung setze auf Gespräche mit der usbekischen Regierung. Usbekistan habe wie andere Nachbarstaaten auch «sicherlich ein eigenes Interesse an der Stabilität Afghanistans», sagte er.
Massaker im ostusbekischen AndischanDie USA haben auf Verlangen Usbekistans bereits den Stützpunkt Karshi-Khanabad geräumt. Usbekistan hatte die US-Regierung aufgefordert, bis Ende dieses Jahres den 2001 bezogenen Stützpunkt aufzugeben.
Hintergrund ist ein Konflikt zwischen Usbekistan und den USA. Die Vereinigten Staaten hatten nach dem Massaker im ostusbekischen Andischan, wo Mitte Mai Militärs hunderte demonstrierende Zivilisten erschossen, eine internationale Kommission zur Aufklärung der Ereignisse gefordert. Der autoritäre Präsident Islam Karimow wertete dies als Kritik und forderte die US-Truppen zum Verlassen des Landes auf. (nz)