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Vatikan-Papier «beispiellose Indiskretion»

24. Nov 2005 13:53
Papst Benedikt XVI.
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Der Vatikan sucht die undichte Stelle, durch die die für kommende Woche intern angekündigte Instruktion zu Homosexualität und Priesterweihe vorab bekannt wurde. Der Protest gegen das Papier geht indes weiter.

Die Vorab-Veröffentlichung einer Instruktion des Vatikans zum Thema Priesterweihe für Homosexuelle sorgt in Rom für Unruhe. «Dass eine Vatikan-Instruktion schon mehrere Tage vor ihrer Veröffentlichung bekannt wird, ist – wenn es sich denn um den authentischen Text handeln sollte – beispiellos in der jüngeren Geschichte» schreibt Radio Vatikan auf seiner Internet-Seite. Offizieller Veröffentlichungs-Termin sei der 29. November, hieß es.

Mehr in der Netzeitung:
Viele Bischöfe hätten die Instruktion schon am Montag erhalten, schreibt die katholische Nachrichten-Site «Kath.net». Wenn das Schreiben in tausenden Büros lag, sei eine Indiskretion «vorprogrammiert». Noch ist jedoch unklar, ob es sich bei dem von einer italienischen Nachrichten-Agentur veröffentlichten Text um die endgültige Fassung der Instruktion handelt. Ein hochrangiger Vatikan-Vertreter, der die inoffizielle deutsche Übersetzung der Instruktion von «Kath.net» gelesen hatte, habe sich in der Redaktion gemeldet, heißt es auf deren Website. «Die Echtheit des Dokumentes bestätigte er weder noch dementierte er sie.»

Mehr im Internet:
Endgültige Fassung oder nicht: Die deutschen Bischöfe reagierten mit einer positiven Stellungnahme auf das Papier, dass auf breiten Widerstand stößt. Am Donnerstag warf der Verein Homosexuelle und Kirche dem Vatikan vor, ein Klima der Einschüchterung zu schüren. Es gebe schwule Priester und die seien enttäuscht von ihrer Kirche, sagte der Vorsitzende der ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche, Reinhold Wecker. «Denn sie wissen, sie leisten gute Arbeit und nun wird ihnen gesagt, eigentlich hätten wir dich gar nicht zum Priester machen dürfen.»

Der Verband wehre sich auch strikt gegen den implizierten Zusammenhang von Homosexualität und Pädophilie, sagte Wecker. «Eine unverarbeitete Sexualität, die sich in krimineller Weise gegen Kinder wendet, und eine Homosexualität als einvernehmliche Beziehung zwischen Erwachsenen sind zwei verschiedene Dinge.» (nz)

 
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