netzeitung.deVogelgrippe in Schweden nachgewiesen

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Gefordert: Importverbot für Wildvögel (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Gefordert: Importverbot für Wildvögel
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Auch in Schweden ist Vogelgrippe aufgetreten. In keinem der Fälle der letzten Tage wurde bisher das für den Menschen gefährliche H5N1-Virus festgestellt. Wildvogel-Infektionen gelten als normal.

Fälle von Vogelgrippe häufen sich an vielen Stellen Europas. In der mittelschwedischen Stadt Eskilstuna wurde eine tote Ente mit dem Vogelgrippenvirus gefunden. Wie der Rundfunk am Samstag meldete, sollen genaue Laboranalysen am Sonntag klären, ob es sich dabei den gefährlichen Virustyp H5N1 handelt.

Das Tier war mit sechs anderen Enten auf einem Teich verendet. Die staatliche Veterinärbehörde erklärt, es sei nicht ungewöhnlich, dass Enten mit dem Vogelgruppenvirus infiziert seien. Im Spätherbst würden etwa 20 Prozent einen leichten und für Menschen völlig ungefährlichen Typen tragen.

Stallzwang in mehreren Ländern
Vogelgrippe ist unter Wildvögeln schon immer weit verbreitet gewesen. Auch an deutschen Küsten wurden bei Wildvögeln schon vor Jahren H5- und H7-Viren entdeckt. Auch die staatliche Tierschutzgesellschaft Großbritanniens (RSPCA) forderte von der Europäischen Union ein Verbot sämtlicher Importe von Wildvögeln.

In Deutschland muss seit Samstag sämtliches Federvieh im Stall bleiben. Erste Kontrollen ergaben keine Verstöße. Italien untersucht wie Deutschland Wildvögel auf Vogelgrippe. Das Freilaufverbot gilt in Deutschland bis zum 15. Dezember, dem Ende des Vogelzugs in diesem Jahr. Fachleute meinen, dass neue Gefahr im Frühjahr droht. Dann kehren möglicherweise infizierte Zugvögel aus Afrika in den Norden zurück. Auch die Schweiz, Österreich, Polen und die Niederlande erließen ein Freilaufverbot.

Wildvögel getötet
Unterdessen trat die Tierseuche erneut im asiatischen Teil Russlands östlich des Urals auf. Auch dort seht bisher allerdings in keinem Fall fest, ob es sich um das H5N1-Virus handelt. Der Erreger war auch im europäischen Teil Russlands und zuvor im rumänischen Donaudelta sowie in der Türkei nachgewiesen worden.

Schwäne in Kroatien
In Großbritannien verendete ein Papagei aus dem südamerikanischen Land Surinam in einer Quarantänestation. Bei dem Tier wurde bisher aber nur der relativ harmlose H5-Virusstamm nachgewiesen. Vorsorglich wurden mehr als 300 importierte Wildvögel in britischen Bioquarantäne-Stationen getötet. Großbritannien gilt weiterhin als frei von der Tierseuche, da der Papagei importiert worden war und in der Isolation der Quarantäne verendete.

In Kroatien wurde die Vogelgrippe bei sechs toten Schwänen 200 Kilometer östlich der Hauptstadt Zagreb festgestellt. Nach Angaben der EU-Kommission handelt es sich auch hier nicht um die gefährliche Form H5N1. Dennoch bereitet die EU ein Importverbot für Geflügel aus Kroatien vor, das an diesem Montag in Kraft treten soll.

Importverbot gefordert
In der gesamten EU sollen Geflügelmärkte und -ausstellungen nur noch unter strengsten Auflagen erlaubt und Zoovögel gegen Vogelgrippe geimpft werden.

Bundesverbraucherminister Jürgen Trittin (Grüne) forderte, die Schutzmaßnahmen in der Europäischen Union zu verschärfen. «Wir werden uns in Brüssel dafür einsetzen, dass der Import von Wildvögeln unterbunden wird», sagte er am Samstag in Berlin. Nach Einschätzung des Ministeriums sind die neuen Fälle keine zusätzliche Bedrohung für Deutschland.

Bei der letzten großen Vogelgrippe-Epidemie in Europa waren 2003 in den Niederlanden 30 Millionen Tiere verendet oder getötet worden. Seit das H5N1-Virus Ende 2003 in Südostasien entdeckt wurde, sind mindestens 61 Menschen an der Vogelgrippe gestorben. Der Erreger wird nach bisherigen Erkenntnissen nur durch direkten Kontakt mit kranken Tieren übertragen. Zwischen Tieren verbreitet sich das Virus hauptsächlich über Kot. (nz)