Vogelgrippe in Schweden nachgewiesen
23.10.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Das Tier war mit sechs anderen Enten auf einem Teich verendet. Die staatliche Veterinärbehörde erklärt, es sei nicht ungewöhnlich, dass Enten mit dem Vogelgruppenvirus infiziert seien. Im Spätherbst würden etwa 20 Prozent einen leichten und für Menschen völlig ungefährlichen Typen tragen.
In Deutschland muss seit Samstag sämtliches Federvieh im Stall bleiben. Erste Kontrollen ergaben keine Verstöße. Italien untersucht wie Deutschland Wildvögel auf Vogelgrippe. Das Freilaufverbot gilt in Deutschland bis zum 15. Dezember, dem Ende des Vogelzugs in diesem Jahr. Fachleute meinen, dass neue Gefahr im Frühjahr droht. Dann kehren möglicherweise infizierte Zugvögel aus Afrika in den Norden zurück. Auch die Schweiz, Österreich, Polen und die Niederlande erließen ein Freilaufverbot.
In Kroatien wurde die Vogelgrippe bei sechs toten Schwänen 200 Kilometer östlich der Hauptstadt Zagreb festgestellt. Nach Angaben der EU-Kommission handelt es sich auch hier nicht um die gefährliche Form H5N1. Dennoch bereitet die EU ein Importverbot für Geflügel aus Kroatien vor, das an diesem Montag in Kraft treten soll.
Bundesverbraucherminister Jürgen Trittin (Grüne) forderte, die Schutzmaßnahmen in der Europäischen Union zu verschärfen. «Wir werden uns in Brüssel dafür einsetzen, dass der Import von Wildvögeln unterbunden wird», sagte er am Samstag in Berlin. Nach Einschätzung des Ministeriums sind die neuen Fälle keine zusätzliche Bedrohung für Deutschland.
Bei der letzten großen Vogelgrippe-Epidemie in Europa waren 2003 in den Niederlanden 30 Millionen Tiere verendet oder getötet worden. Seit das H5N1-Virus Ende 2003 in Südostasien entdeckt wurde, sind mindestens 61 Menschen an der Vogelgrippe gestorben. Der Erreger wird nach bisherigen Erkenntnissen nur durch direkten Kontakt mit kranken Tieren übertragen. Zwischen Tieren verbreitet sich das Virus hauptsächlich über Kot. (nz)

