netzeitung.deColonia Dignidad nicht mehr zwangsverwaltet

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Der deutsche Sektenführer Paul Schäfer (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Der deutsche Sektenführer Paul Schäfer
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Nach der Räumung der deutschen Siedlung «Colonia Dignidad» in Chile hatte ein Gericht die Konkursverwaltung verordnet. Jetzt ist die Entscheidung revidiert worden.

Drei Wochen nach der Räumung der deutschen Siedlung «Colonia Dignidad» in Chile hat ein Richter die Konkursverwaltung über die berüchtigte Kolonie wieder aufgehoben.
Nach Angaben der chilenischen Tageszeitung «La Nación» begründete Untersuchungsrichter Jorge Zepeda seine Entscheidung damit, dass es bei der richterlichen Anordnung Formfehler gegeben habe.

Die «Colonia Dignidad» war im August unter öffentliche Kontrolle gestellt worden. Polizisten hatten auf dem Gelände Waffen und Munition gefunden. «Einen Staat im Staat» dürfe es nicht geben, entschied die Regierung. Ein Konkursverwalter übernahm daraufhin die Geschäfte der Siedlung.

Anordnung annulliert
Diese Maßnahme sei aber unnötig gewesen, entschied jetzt der Untersuchungsrichter. Er annullierte auch eine Anordnung, gegen vier Führer der Siedlung ein Verfahren wegen der Bildung einer illegalen Vereinigung einzuleiten. All dies helfe den Opfern der «Foltersiedlung» nicht weiter, so Zepeda.

Anwälte der Opfer der «Colonia Dignidad» kritisierten die Entscheidung des Richters. Zepeda habe offenbar kein Interesse daran, die Menschenrechtsverletzungen und Wirtschaftsdelikte in der Siedlung zu untersuchen.

Der Gründer der «Colonia Dignidad», Paul Schäfer, sitzt seit März 2005 in Haft. Ihm werden unter anderem Kindesmissbrauch und die Entführung von Gegnern der chilenischen Militärdiktatur zur Last gelegt. Eine enge Zusammenarbeit Schäfers mit dem Geheimdienst von Augusto Pinochet gilt als erwiesen. (nz)