netzeitung.deIran zögerte Verhandlungen absichtlich hinaus

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Atom-Anlage in Isfahan (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Atom-Anlage in Isfahan
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der Iran hat die Europäer bei den Verhandlungen über sein umstrittenes Atomprogramm bewusst hingehalten. Die Regierung in Teheran nutzte die Zeit, um die Anlage in Isfahan fertigzustellen.

Der Iran hat mit der EU nur verhandelt, um Zeit zu gewinnen. «Das Regime hat hier eine Doppelstratie benutzt», zitiert die «Welt» Hosein Musavian, Chefunterhändler bei den Verhandlungen über das Atom-Programm und Mitglied des Obersten Nationalen Sicherheitsrates. Die Verhandlungen mit den Europäern habe dem Iran die Möglichkeit gegeben, in den Kreis der Atommächte aufzurücken.

In der Vergangenheit sei der Iran von der Weltgemeinschaft nicht im Kreis der Länder akzeptiert worden, die einen nuklearen Brennstoffkreislauf betreiben dürfen, sagte Musavian. «Dank des Pariser Abkommens haben wir uns nun zu diesem Kreis Zutritt verschafft.»

In einem Fernsehinterview sagte Musavian, die Internationale Atomenergie-Behörde IAEA habe dem Iran nur eine Frist von 50 Tagen gegeben, um die Anreicherung auszusetzen. «Aber dank den Verhandlungen mit den Europäern haben wir ein weiteres Jahr gewonnen, in dem wir die Anlage in Isfahan fertig stellen konnten», sagte Musavian.

Die Regierung in Teheran habe die Anreicherung in Isfahan erst im Oktober 2004 ausgesetzt; man hatte sich jedoch verpflichtet, dies bereits im 2003 zu tun. Die Zeit habe man genutzt, um «36 Tonnen 'yellow cake' (pulverförmiges Uran, d. Red.) in Gas umzuwandeln und zu speichern», zitiert die Zeitung den Chefunterhändler. (nz)