netzeitung.deAbsturzopfer: «Uns ist eiskalt»

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Trauer um die Absturzopfer in Zypern (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Trauer um die Absturzopfer in Zypern
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

In Abschieds-SMS haben Passagiere der zyprischen Boeing 737 die letzten Minuten vor dem Absturz beschrieben. Offenbar fielen Klimaanlage und Sauerstoffzufuhr an Bord aus.

Per Handy haben verzweifelte Passagiere der zyprischen Passagiermaschine versucht, sich vor dem Absturz mit Freunden und Verwandten am Boden in Verbindung zu setzen.

Die Temperatur in der Boeing 737 sei rapide abgefallen, und der Pilot sei blau im Gesicht, schrieb ein Fluggast an seine Cousine. «Lebe wohl, wir sind alle durchgefroren», zitierte ein griechischer Fernsehsender die Textnachricht.

Als sich ein griechischer Kampfjet dem Flugzeug näherte, sahen die Piloten ihre bewusstlosen Kollegen, wie BBC berichtet. Einige Minuten später erblickten sie zwei Personen, die sich im Cockpit zu schaffen machten. Ob es sich um Passagiere oder Crew-Mitglieder handelte, sei unklar, sagte ein Sprecher der Regierung in Athen.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler setzten wahrscheinlich Klimaanlage und Sauerstoffversorgung in der Maschine der Fluggesellschaft Helios aus.

Von den 115 Passagieren und sechs Besatzungsmitgliedern hat demnach am Sonntag niemand überlebt, als das Flugzeug nahe Athen am Boden zerschellte. Die meisten Leichen sind bereits geborgen worden. An Bord waren hauptsächlich griechische Zyprer, unter ihnen 48 Jugendliche.

Einer der Piloten war Deutscher
Auch ein Deutscher ist unter den Opfern. Wie das Auswärtige Amt mitteilte, handelt es sich bei einem der Piloten um einen 58-jährigen Berliner.

Ein Reporter sagte im Fernsehen, die Toten sähen aus, als kämen sie aus einem Gefrierschrank. Eine Augenzeugin berichtete von am Boden verstreuten Leichen, die alle Sauerstoffmasken trugen. Auf TV-Bildern waren Feuerwehrleute zu sehen, die brennende Wrackteile löschten.

Am Flughafen von Larnaca auf Zypern, von wo die Boeing in Richtung Prag startete, spielten sich dramatische Szenen ab. Angehörige der Opfer brachen zusammen, als sie die Namen ihrer Verwandten auf der Passagierliste entdeckten.

Genauere Informationen zur Absturzursache erhofft sich die Polizei von dem Flugschreiber, der nach dem Absturz geborgen wurde. Einen Anschlag halten die Behörden für unwahrscheinlich. (nz)