Iran startet Urananreicherung in Isfahan
08.08.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Atomanlage in Isfahan
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der Iran hat die Atomanlage in Isfahan wieder in Betrieb genommen. Die Internationale Atomenergie-Organisation hat Überwachungskameras installiert.
Die iranische Uranumwandlungs-Anlage in Isfahan ist wieder in Betrieb. Das meldete die Nachrichtenagentur AP am Nachmittag unter Berufung auf die amtliche iranische Nachrichtenagentur IRNA. Die Urananreicherung stehe unter Überwachung der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), die vor Ort Kameras installiert habe. Das berichtete das staatliche Fernsehen. Demnach seien «einige Bereiche» der Anlage geöffnet worden, darunter ein Forschungszentrum, das nicht versiegelt war.
Die Regierung in Teheran hat den Botschaftern Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens die offizielle Antwort Irans auf die Vorschläge des so genannten EU-Trios vom vergangenen Freitag für ein umfassendes Kooperationsabkommen übergeben. Sprecher in Teheran hatten die Vorschläge am Wochenende bereits inoffiziell zurückgewiesen. Als Grund gaben sie an, dass der Iran danach im Gegenzug für eine weit reichende Zusammenarbeit in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik auf die Anreicherung von Uran verzichten müsste.
Umwandlung in Roh-UranIn Isfahan soll Roh-Uran in Uran-Hexafluorid umgewandelt werden. Dieses Gas kann in Zentrifugen in angereichertes Uran umgewandelt werden, das je nach Grad der Bearbeitung zum Bau von Atomwaffen dienen könnte. Um mögliche Sanktionen des Weltsicherheitsrats zu vermeiden, hatte Teheran die Urananreicherung in Isfahan im November eingestellt. Die EU und Washington hatten mit einer Einschaltung des Sicherheitsrats gedroht.
Berlin: Vorschläge prüfenDie Bundesregierung hatte den Iran am Montag aufgefordert, die Vorschläge Brüssels «ernsthaft und sorgfältig» zu prüfen. Der Vorschlag biete Iran die Perspektive einer umfassenden Zusammenarbeit in politischer, wirtschaftlicher und technologischer Hinsicht, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. Man hoffe, «dass der Iran hier keiner Fehlkalkulation unterliegt». (nz)