Verwirrung um iranische Atomanlage «Isfahan»
08.08.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Die umstrittene Atomanlage 'Isfahan'
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der Iran hat angekündigt, seine Anlage zur Uranaufbereitung in Isfahan wieder in Betrieb nehmen. Zum genauen Zeitpunkt gibt es widersprüchliche Angaben.
Zu der Situation in der iranischen Wiederaufbereitungsanlage «Isfahan» liegen widersprüchliche Aussagen vor. Hieß es zunächst aus iranischen Regierungskreisen, dass am Nachmittag die Produktion in der Atomanlage wiederaufgenommen werden soll, kündigte wenig später ein Regierungssprecher ein weiteres Aufschieben an. Gegen 13.50 Uhr berichtete der Nachrichtensender N24 unter Berufung auf die Nachrichtenagentur dpa, dass die Anlage bereits wieder in Betrieb sei.
Ebenfalls am Montag will die iranische Regierung offiziell auf den von Deutschland, Frankreich und Großbritannien vorgelegten Kompromissvorschlag antworten. Die schriftliche Reaktion soll den Botschaftern der drei Länder im Iran vorgelegt werden.
Die Europäische Union hatte dem Iran eine enge Zusammenarbeit in Handelsfragen sowie Unterstützung bei der friedlichen Nutzung von Atomenergie zugestanden. Im Gegenzug sollte die islamische Republik auf die eigene Anreicherung von Uran verzichten.
EU-Kompromissvorschlag unzureichendBereits am Sonntag hatte Irans Außenminister Kamal Charrasi angekündigt, unter Aufsicht der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) am Montag wieder mit der Arbeit in «Isfahan» zu beginnen. Die Vorschläge der EU hatte er als unzureichend zurückgewiesen, weil der Iran auf einem eigenen atomaren Brennstoffkreislauf bestehe.
Neuer iranischer UnterhändlerDer ultra-konservative Ali Laridschani wurde unterdessen zum neuen Chefunterhändler Irans für Atom-Angelegenheiten ernannt. Der 48-Jährige unterstützt die vollständige Wiederaufnahme des iranischen Atomprogramms und hatte in der Vergangenheit die Kooperation des Irans mit der EU kritisiert. (nz)