Rettung russischer U-Boot-Männer ein Wettlauf mit der Zeit: 

netzeitung.deWidersprüche bei Rettungsaktion für U-Boot

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Russisches Mini-U-Boot (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Russisches Mini-U-Boot
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

In der Nähe der sibirischen Halbinsel Kamtschatka liegt ein verunglücktes Mini-U-Boot auf dem Grund. Die Besatzung hat nur begrenzt Sauerstoff.

Im Wettlauf mit der Zeit um die Rettung von sieben russischen U-Boot-Männern hat es am Freitagabend widersprüchliche Angaben über den Stand der Bergungsarbeiten gegeben: Der Kommandeur der Pazifikflotte wurde mit den Angaben zitiert, das festsitzende Mini-U-Boot werde von einem Bergungsschiff abgeschleppt. Der stellvertretende Marinestabschef, Wladimir Pepeljajew, sagte dagegen, man habe zwar unter Wasser ein Objekt an den Haken genommen. Man wisse aber nicht, ob es das Mini-U-Boot sei, wurde er von der Nachrichtenagentur ITAR-Tass zitiert.

Der Chef der Pazifikflotte, Admiral Viktor Fjodorow, verbreitete seine hoffnungsvolle Version über mehrere russische Fernsehsender und wurde damit auch von der Nachrichtenagentur Interfax zitiert. Sicher schien nur, dass die Bergungsbemühungen auch in der Nacht fortgesetzt werden sollten.

Zu dem Drama gehörten auch widersprüchliche Aussagen darüber, wie lange der Sauerstoffvorrat in dem Mini-U-Boot ausreichen könnte. Fjodorow sagte, bis Montag, andere Offiziere sprachen von nur 24 Stunden.

Die russische Marine bat - anders als bei dem Untergang des Atom-U-Boots «Kursk» vor fast genau fünf Jahren - umgehend die USA, Großbritannien und Japan um Hilfe. Alle drei Länder leiteten Hilfsaktionen ein; ein britisches Transportflugzeug mit einem Bergungs-U-Boot sollte am Samstag als erstes am Unglücksort, der sibirischen Halbinsel Kamtschatka, eintreffen.

Wie es dem Bergungsschiff gelungen sein soll, ein Abschlepptau mit dem in einem Fischernetz gefangenen Mini-U-Boot zu verbinden, wurde zunächst nicht mitgeteilt. Auch inwieweit die Rettung gesichert sei, war zunächst nicht klar. In 190 Metern Tiefe konnte das Mini-U-Boot nicht von Tauchern erreicht werden und auch der Besatzung war es nicht möglich, einfach auszusteigen und nach oben
zu schwimmen. Sollte es gelingen, das Mini-U-Boot zu heben, könnten Taucher einen Bergungsversuch übernehmen. (nz)