05.08.2005
Herausgeber: netzeitung.de
U-Boot vom Typ Pris
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Den Helfern bleibt nicht viel Zeit, um sieben russische Matrosen zu retten, die unter Wasser eingeschlossen sind. Der Luftvorrat im verunglückten U-Boot reicht nur für 24 Stunden.
Ein russisches U-Boot mit sieben Matrosen an Bord steckt auf dem Meeresboden vor der Halbinsel Kamtschatka fest. Wie die Marine am Freitag mitteilte, ereignete sich das Unglück in 190 Metern Tiefe. Der Antriebspropeller des 13,5 Meter lange Tauchboot habe sich in einem Fischernetz verfangen.
Wie die russische Nachrichtenagentur Interfax berichtet, ereignete sich der Unfall am Donnerstag während einer Übung. Für die Rettung der Besatzung bleibt den Helfern wenig Zeit. Der Luftvorrat reicht nach jüngsten Angaben eines Sprecher der russischen Seestreitkräfte nur noch für 24 Stunden.
Der Sprecher der russischen Pazifikflotte, Oberst Alexander Kosopalow, hatte zuvor erklärt, die Matrosen könnten mit den Sauerstoffvorräten vermutlich vier Tage ausharren. Solche Mini-U-Boote hätten üblicherweise genügend Atemluftvorräte für 120 Stunden. Außerdem seien zusätzliche Sauerstoffgeräte an Bord, hieß es aus Kreisen der Militärstaatsanwaltschaft.
Neun Kriegsschiffe sollen helfenDen Matrosen geht es laut Marine den Umständen entsprechend gut. Die Männer seien nicht verletzt, und die Marine stehe in Kontakt mit ihnen, sagte Kosopalow.
Vor einem Rettungsversuch solle ein ähnliches U-Boot zunächst genauere Informationen über die Lage des so genannten Bathyskaphs liefern. In der Region seien neun Kriegsschiffe unterwegs, die bei einer Rettungsaktion helfen könnten, so Kosopalow.
US-Marine soll helfenMarinesprecher Kapitän Igor Digalo sagte der Nachrichtenagentur RIA-Nowosti, die US-Marine sei um Hilfe gebeten worden. Einzelheiten nannte er nicht.
Laut einem Vertreter der Militärstaatsanwaltschaft liegt das U-Boot in der Berjosowaja-Bucht 200 Kilometer südlich der Hauptstadt von Kamtschatka, Petropawlowsk-Kamtschatski. Interfax berichtete dagegen, das Schiff liege 75 Kilometer vor der Stadt. (nz)