Verletzte bei Demonstration gegen G8-Gipfel
06. Jul 2005 14:28, ergänzt 15:10
 |  Zusammenstöße vor dem G8-Gipfel | Foto: dpa |
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Im schottischen Stirling haben Gegner des G8-Gipfels Straßensperren errichtet und Polizisten mit Steinen beworfen. Daraufhin wurde eine Demonstration abgesagt, die nun aber doch stattfinden darf.
Anlässlich des G8-Gipfels in Schottland hat es Auseinandersetzungen zwischen Globalisierungsgegnern und der Polizei gegeben. Die Demonstranten protestierten gegen das am Mittwochabend in der Nähe von Edinburgh beginnende Gipfeltreffen. Dabei warfen 200 Demonstranten Stöcke und Steine, berichtete die Polizei. Mehrere Dutzend von ihnen wurden festgenommen. Acht Polizisten seien verletzt worden.
Die Initiatoren der Kampagne gegen den G8-Gipfel sagten daraufhin eine für Mittwochabend geplante Demonstration am Tagungsort Gleneagles ab. Ein zudem verhängtes Deomstrationsverbot hob die schottische Polizei inzwischen aber wieder auf. Der ursprünglich zugelassene Marsch als Ausdruck friedlichen Protests gegen die Politik der führenden Industrienationen und Russlands (G8) sei doch möglich, teilte eine Polizeisprecherin mit. Mit den Organisatoren sei jetzt vereinbart worden, dass die mit Bussen in die Nähe des Tagungsorts gebrachten Demonstranten bis zur Absperrung marschieren dürften.
«Live 8»-Konzerte
Zu dem Protestmarsch mit 5000 erwarteten Teilnehmern hatten Umweltorganisationen, Gewerkschaften und eine Antikriegskoalition aufgerufen. Sie wollen die Industrienationen zu einem Schuldenerlass für die armen Länder und zu einer Steigerung der Entwicklungshilfeausgaben bewegen. Zu der Kampagne gehörten auch die von Rocksänger Bob Geldof am vergangenen Sonnabend weltweit veranstalteten «Live 8»-Konzerte.
Bei den Auseinandersetzungen in der knapp 20 Kilometer vom Tagungsort entfernten Kleinstadt Stirling wurden nach Behördenangaben in Wohn- und Geschäftsvierteln Fensterscheiben eingeschlagen. Die Demonstranten griffen Polizeistreifen mit Steinen, Eisenstangen und Stöcken an, demolierten Autos und Geschäftsauslagen und beschmierten die Wände mit Parolen. Auch der morgendliche Berufsverkehr kam zum Erliegen.
Augenzeugen sprachen von exakt geplanten Aktionen. Der Chef der schottischen Regionalregierung, Jack McConnell, bezeichnete Teile der Demonstranten als «Gangster». Unter ihnen befände sich ein harter Kern von Krawallmachern unter anderem aus Spanien, Italien, Deutschland und Englang, sagte McConnell.
Teuerstes G8-Treffen der Geschichte
Unter starken Sicherheitsvorkehrungen beginnt am Abend im Luxushotel Gleneagle das diesjährige Treffen der sieben größten Industrienationen und Russland. Mit den geschätzten Kosten von umgerechnet 140 Millionen Euro wird es das teuerste Politikertreffen der Geschichte. Entwicklungshilfe und Klimaschutz stehen bei der Tagung auf der Tagesordnung, weitere Themen sind der hohe Ölpreis, die iranischen und nordkoreanischen Atomprogramme und der Friedensprozess im Nahen Osten. (nz)