Italiener entscheiden über künstliche Befruchtung
12.06.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Als einer der ersten gaben der italienische Staatspräsident Azeglio Ciampi und seine Frau Franca ihre Stimme ab. Wie er sich entschieden hatte, teilte Ciampi nicht mit. Ministerpräsident Silvio Berlusconi wollte nicht sagen, ob er überhaupt zur Abstimmung geht und wofür er stimmen wollte. Das Referendum hat die italienische Gesellschaft gespalten.
Der Vatikan forderte die Bevölkerung mit Unterstützung von Papst Benedikt XVI. auf, sich nicht zu beteiligen. Deshalb gilt die Abstimmung auch als Test für den Einfluss der katholischen Kirche in der italienischen Gesellschaft. Liberale Gruppen forderten eine Zustimmung zu den geplanten Änderungen. Sie erklärten, das bestehende Gesetz richte sich gegen Frauen, gegen die Forschung und schließlich auch gegen die Gesundheit der Menschen.
Die derzeitigen Regelungen verbieten die Embryonenforschung und sehen bei künstlicher Befruchtung eine Begrenzung auf drei Embryonen vor. Sperma- und Eizellenspenden sind ebenfalls verboten.
Die Wahlberechtigten sollen in den insgesamt vier Volksentscheiden außerdem beschließen, ob Paare mit Erbkrankheiten ihre Embryonen untersuchen lassen können. Die Wahllokale sollten am Sonntag bis 22.00 Uhr geöffnet bleiben. Am Montag können die Wahlberechtigten zwischen 07.00 Uhr und 15.00 Uhr abstimmen. Ergebnisse werden kurz nach Schließung der Wahllokale erwartet. (nz)

