netzeitung.deItaliener entscheiden über künstliche Befruchtung

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Bei der Volksabstimmung in Italien zu wichtigen Fragen der Bioethik zeichnet sich eine ausgesprochen geringe Beteiligung ab. Daran könnte die Abstimmung scheitern.

Nach einer emotional geführten Kampagne hat am Sonntag in Italien eine zweitägige Volksabstimmung über die Lockerung der Gesetze zur Embryonenforschung und künstlichen Befruchtung begonnen. Bis zum Abend beteiligten sich nur gut 13 Prozent der Wahlberechtigten, wie das Innenministerium mitteilte.

Beobachter rechnen damit, dass die Referenden scheitern, weil die Mindestbeteiligung von 50 Prozent nicht erreicht wird. Der Vatikan hat zu einem Boykott der Abstimmung aufgerufen, die am Montag fortgesetzt wird.

Als einer der ersten gaben der italienische Staatspräsident Azeglio Ciampi und seine Frau Franca ihre Stimme ab. Wie er sich entschieden hatte, teilte Ciampi nicht mit. Ministerpräsident Silvio Berlusconi wollte nicht sagen, ob er überhaupt zur Abstimmung geht und wofür er stimmen wollte. Das Referendum hat die italienische Gesellschaft gespalten.

Der Vatikan forderte die Bevölkerung mit Unterstützung von Papst Benedikt XVI. auf, sich nicht zu beteiligen. Deshalb gilt die Abstimmung auch als Test für den Einfluss der katholischen Kirche in der italienischen Gesellschaft. Liberale Gruppen forderten eine Zustimmung zu den geplanten Änderungen. Sie erklärten, das bestehende Gesetz richte sich gegen Frauen, gegen die Forschung und schließlich auch gegen die Gesundheit der Menschen.

Die derzeitigen Regelungen verbieten die Embryonenforschung und sehen bei künstlicher Befruchtung eine Begrenzung auf drei Embryonen vor. Sperma- und Eizellenspenden sind ebenfalls verboten.

Die Wahlberechtigten sollen in den insgesamt vier Volksentscheiden außerdem beschließen, ob Paare mit Erbkrankheiten ihre Embryonen untersuchen lassen können. Die Wahllokale sollten am Sonntag bis 22.00 Uhr geöffnet bleiben. Am Montag können die Wahlberechtigten zwischen 07.00 Uhr und 15.00 Uhr abstimmen. Ergebnisse werden kurz nach Schließung der Wahllokale erwartet. (nz)