Tote bei Feuer in Alpentunnel
05. Jun 2005 08:09, ergänzt 22:45
 |  Feuerwehr am Tunnel-Ausgang in Italien | Foto: dpa |
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Bei dem Brand mehrerer Lastwagen im Fréjus-Tunnel zwischen Italien und Frankreich sind zwei Menschen getötet worden. Der Tunnel soll mehrere Monate für den Verkehr gesperrt bleiben.
Bei einem Feuer im Fréjus-Alpen-Tunnel zwischen Italien und Frankreich sind am Samstag zwei Menschen ums Leben gekommen. Laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa wurde am späten Abend die zweite Leiche gefunden. Bei dem Toten handele es sich um einen 24-jährigen Lkw-Fahrer aus Slowenien, berichten italienische Medien. Der andere Tote, ein 23-jähriger Slowake, war nach Angaben der französischen Tunnelbetreiber zuvor nahe eines Schutzbereiches entdeckt worden. Möglicherweise handele es sich um den Fahrer eines der Lastwagen. 21 Menschen erlitten Rauchvergiftungen. Der Anstieg der Temperaturen bis auf etwa 1000 Grad habe die Rettungsarbeiten erheblich behindert. Der Tunnel soll mehrere Monate lang für den Verkehr gesperrt bleiben.
Panne bei Lkw vermutet
Nach Angaben der französischen Behörden ist der Brand mittlerweile unter Kontrolle. Unfallursache war offenbar eine technische Panne bei einem mit Reifen beladenen Lastwagen. In dessen Motorraum lief nach ersten Erkenntnissen Benzin aus, das sich entzündete, berichtet Ansa.
 |  Flammen im Fréjus-Tunnel | Foto: dpa |
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Der Lastwagen fuhr demnach auf der französischen Seite des etwa 13 Kilometer langen Tunnels. Die Flammen griffen rasch auf andere Fahrzeuge über. Fernsehbilder zeigten dicken Rauch, der aus den Tunnelröhren quoll. Frankreichs Verkehrsminister Dominique Perben will sich am Sonntag an die Unfallstelle begeben, um sich selbst ein Bild der Lage zu machen.
Teil der Tunneldecke eingestürzt
Experten verglichen das Feuer mit dem Brand im Montblanc-Alpentunnel, bei dem 1999 39 Menschen ums Leben gekommen waren.Wie lange die Verbindung gesperrt werden muss, ist unklar. Der Leiter der französischen Tunnelbetreiber, Gilbert Santel, ging von mehrmonatigen Arbeiten aus. Nach dem Einsturz eines Teils der Tunneldecke muss demnach ein etwa zehn Kilometer langer Abschnitt in Stand gesetzt werden.
Größere Verkehrsprobleme
Ein Sprecher des Verwaltungsrats der Betreibergesellschaft befürchtet schwerwiegende Probleme für den Verkehr zwischen Frankreich und Italien. Der 1980 fertig gestellte Tunnel, der jährlich von rund zwei Millionen Reisenden genutzt wird, ist die wichtigste Straßenverbindung zwischen den Großstädten Turin und Lyon. Der Montblanc-Tunnel, so der Sprecher, könne während der Hauptreisezeit im Sommer nicht sehr viel mehr Verkehr aufnehmen. (nz)