«Reporter ohne Grenzen» sucht mutigsten Blogger
14.04.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Weblogs sind zu einer wichtigen Nachrichtenalternative geworden - nicht nur in Ländern mit staatlich kontrollierten Medien. «Reporter ohne Grenzen» sucht jetzt den Blogger, der sich besonders mutig für Pressefreiheit einsetzt.
Die Organisation «Reporter ohne Grenzen» sucht den besten Weblog, der für freie Meinungsäußerung eintritt. Internetnutzer können sich zwischen 60 Bewerbern aus unterschiedlichen Ländern entscheiden und bis zum 1. Juni ihre Stimme abgeben.
«Die mutige Auseinandersetzung mit dem Thema Meinungs- und Pressefreiheit war für uns das Hauptkriterium bei der Vorauswahl der Bewerber», erklärt eine Sprecherin der Organisation.
Die Auszeichnung solle Bloggern Anerkennung verschaffen, die für ihr Engagement oft einen hohen Preis bezahlen, so «Reporter ohne Grenzen».
«Wir versuchen mit unserer Aktion darauf aufmerksam zu machen, dass auch dieses Medium, das in Ländern wie dem Iran großen Zulauf hat, immer mehr von Zensur und Schließung beeinträchtigt wird», erklärt eine Sprecherin der Organisation. Im Iran seien beispielsweise derzeit zwei Blogger wegen ihrer Internettagebücher im Gefängnis.
Blogs als Alternative zu MassenmedienIn nichtdemokratischen Staaten würden Blogs eine immer wichtigere Informationsquelle und Nachrichtenalternative zu den staatlich kontrollierten Medien. In Ländern, in denen die Meinungsfreiheit weitgehend respektiert werde, veröffentlichten sie Meinungen und Berichte, die in den Massenmedien oft nicht zu finden seien, so die Organisation.
Für die Teilnahme an der Aktion spielte es keine Rolle, in welcher Sprache der Blog verfasst ist. Unter den Bewerbern befinden sich neben englischen Blogs auch solche auf iranisch oder russisch. «Wir wollten erreichen, dass möglichst viele verschiedene Länder und Sprachen vertreten sind», betonte die Sprecherin von «Reporter ohne Grenzen».
Breite Öffentlíchkeit herstellenDie Gewinner sollen Mitte Juni bekannt gegeben werden. Geld bekommen die mutigen Blogger nicht. «Bei der Aktion geht es uns darum, eine breitere Öffentlichkeit für das Thema Weblogs herzustellen», so die Organisation.
Auch Internetblogs von Journalisten dürfen teilnehmen: «Die Grenzen zwischen Journalismus und Blogs ist teilweise fließend», sagte die Sprecherin. (nz)
Für das Web ediert von Petra Blum