01.04.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Papst Johannes Paul II.
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Die Ärzte haben nur noch wenig Hoffnung für Johannes Paul II. Er liege im Koma, berichten italienische Medien. Der Vatikan will das nicht bestätigen. Thema: Sorge um den Papst Zwischen Vatikan und Klinik - eine Chronologie Vatikan: Papst erlitt Herzattacke Gesundheitszustand des Papstes kritisch Letzte Ölung für den Papst Gläubige in aller Welt beten für den Papst
Der Vatikan hat Meldungen dementiert, dass der Papst ins Koma gefallen sei. Das berichten italienische Medien am Freitag. Auch die Nachrichtenagentur Apcom meldet dies.
Der Leiter der Vatikanredaktion von «Teleradio Padre Pio», Jarek Cielecki, sagte am Freitag in Rom, Johannes Paul II. liege im Sterben. Auch Ärzte sprechen vom nahenden Tod des seit 1978 regierenden Kirchenführers.
Am Freitag traf außerdem der italienische Kurienkardinal Camillo Ruini im Vatikan ein. Ruini, der zugleich Generalvikar von Rom ist, gilt als einer der engsten Vertrauen des schwer kranken Papstes Johannes Paul II. Außerdem ist er derjenige, der den Tod des Papstes der Öffentlichkeit mitteilen muss.
Ruini sagte allerdings am Freitagvormittag, der Papst sei «ruhig und bei Bewusstsein». Er habe «einen Moment mit ihm gebetet», so Ruini nach seinem Besuch bei Johannes Paul.
Der polnische Kardinal Andrej Maria Deskur, ein enger Freund des Papstes, sagte am Freitagmorgen: «Er dämmert friedlich weg.»
Herz-Kreislauf-VersagenDer Gesundheitszustand von Johannes Paul hatte sich in der Nacht zu Freitag dramatisch verschlechtert. Auf Grund einer Harnwegsinfektion und hohem Fieber wurde er von Medizinern unter Leitung seines Leibarztes Renato Buzzonetti mit Antibiotika behandelt. Nach Vatikanangaben erlitt das Kirchenoberhaupt ein Herzkreislaufversagen. Der Papst hatte am Donnerstagabend die letzte Ölung erhalten, das kirchliche Sterbesakrament, hieß es aus dem Vatikan. Allerdings bekommen nicht nur Sterbende, sondern auch Schwerkranke dieses Sakrament.
Nachdem der Papst anfangs gut auf die Medikamente reagierte, verschlechterte sich sein Zustand in der Nacht wieder. Am Morgen war er offiziellen Angaben des Vatikans zufolge bei Bewusstsein und feierte die Messe mit seinen engsten Mitarbeitern.
Papst will nicht in KlinikJohannes Paul wird auf seinen eigenen Wunsch nicht in der Klinik, sondern in seinen privaten Räumen im Vatikan behandelt. Dieser Wille des Schwerkranken werde respektiert, sagte Vatikansprecher Joaquín Navarro-Valls am Freitag. Der 84-Jährige könne auch in seinen Privatgemächern medizinisch gut behandelt werden. Die Ärzte, die ihn behandelten, seien die gleichen, die sich auch schon im Februar um ihn gekümmert hätten.
Ein neues ärztliches Bulletin wurde für Freitagmittag angekündigt.
Unterdessen feierten Gläubige in Rom im Petersdom eine Messe und beteten für den Papst. Die Polizei sperrte die Zufahrtsstraßen zum Vatikan ab.
Italienischer Wahlkampf beendetAngesichts der dramatischen Verschlechterung der Gesundheit des Papstes entschlossen sich die italienischen Parteien, ihren Wahlkampf vorzeitig zu beenden, berichtete das staatliche Fernsehen. Am Sonntag und Montag sind wichtige Regionalwahlen in Italien. (nz)