28. Mrz 2005 19:15, ergänzt 19:42
Verschiedene Erdbebenmessstationen in Japan und den USA haben ein schweres Beben registriert - vor der indonesischen Insel Sumatra.
Die Regierungsstellen in der Region seien benachrichtigt worden, so das amerikanische Tsunami-Warnzentrum auf Hawaii. Medien berichteten, es sei die Empfehlung ausgesprochen worden, im Umkreis von 1000 Kilometern des Epizentrums in Nordsumatra zu evakuieren. Es dauere etwa zwei bis drei Stunden, bis mögliche Flutwellen die Küsten Indiens und Sri Lankas erreichen könnten. Die Gefahr dürfe auch deshalb nicht unterschätzt werden, da sich das Beben am späten Abend ereignet habe und die Menschen bereits schlafen würden. Wie die ARD-Tagesschau unter Berufung auf thailändische Rundfunkberichte mitteilte, gab es für Urlaubsgebiete in Thailand eine Evakuierungsanordnung.
Japanische Behörden hatten das Erdbeben ebenfalls wahrgenommen. Sie schätzten die Stärke auf 8,5 auf der Richterskala. Das Zentrum der Erschütterung habe in etwa 30 Kilometer Tiefe und etwa 420 Kilometer südwestlich der Provinzhauptstadt Banda Aceh gelegen. Laut der Meteorologische Behörde in Tokio könne es zu Flutwellen kommen. Angaben über mögliche Schäden gab es zunächst nicht.Ein Geologe sagte dem Nachrichtensender CNN, ein Beben dieser Stärke könne einen Tsunami auslösen.
Ein Augenzeuge auf der Insel Penang in Malaysia berichtete CNN, das Erdbeben sei für zwei bis drei Minuten deutlich zu spüren gewesen. Es seien aber zunächst keine unmittelbaren Schäden bemerkt worden. Das Beben war bis Malaysia und Thailand zu spüren. An der malaysischen Westküste flohen tausende von Menschen aus Hochhäusern und Hotels.
Auf der vor der indischen Küste gelegenen Inselgruppe der Andamanen und Nikobaren seien leichte Erschütterungen zu spüren gewesen, berichtete CNN.
Vor fast genau drei Monaten hatte ein Seebeben der Stärke 9,0 vor Sumatra eine Flutwelle ausgelöst. Dabei wurden in den betroffenen Gebieten über 300.000 Menschen getötet. (nz)