netzeitung.deSchäfer muss künstlich ernährt werden

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Paul Schäfer (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Paul Schäfer
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Der 83-jährige ehemalige Chef von «Colonia Dignidad», Paul Schäfer, leidet an mangelndem Appetit.

Der frühere Chef der berüchtigten Deutschen-Siedlung «Colonia Dignidad» im Süden Chiles, Paul Schäfer, wird wegen mangelnden Appetits in Untersuchungshaft künstlich ernährt.

Dem 83-Jährigen sei ein intravenöser Zugang gelegt worden, um dem Körper Vitamine, Fette und Kohlehydrate zuführen zu können, berichtete die Zeitung «La Tercera» am Donnerstag unter Berufung auf Behörden.

Der Untersuchungsrichter Joaquín Billard muss bis zum Freitag entscheiden, ob er den Deutschen wegen des Verschwindens eines Gegners der Pinochet-Diktatur anklagt.

Diese Entscheidung hängt auch vom Ergebnis einer medizinischen und psychischen Untersuchung Schäfers ab, mit der die Verhandlungsfähigkeit geprüft werden soll.

Über das Ergebnis der Tests vom Vortag lagen zunächst keine offiziellen Angaben vor. Unter Berufung auf einen beteiligten Arzt berichteten chilenische Medien jedoch, Schäfers Gesundheitszustand sei für sein Alter zufriedenstellend.

Schäfer hatte die sektenartige Gemeinschaft mit etwa 300 Mitgliedern aus Deutschland 1961 gegründet. Neben der Beteiligung an Verbrechen der Diktatur wird ihm auch sexueller Missbrauch von Minderjährigen vorgeworfen.

Nach jahrelanger Flucht war Schäfer am vergangenen Donnerstag in Argentinien aufgespürt und am Sonntag nach Chile abgeschoben worden. Einen Kontakt zu Rechtsanwälten lehnte der 83-Jährige zunächst ab. (nz)