Wenig Chancen auf EU-Gespräche mit Kroatien
09.03.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Die kroatische Regierung weiß nach eigenen Angaben aber nicht, wo sich der General aufhält. Del Ponte beharrt jedoch darauf, dass Zagreb Gotovinas Aufenthaltsort kennt. Sie beschuldigt die kroatische Regierung, die Fahndung zu behindern. Del Ponte schrieb deshalb Anfang März an die amtierende Luxemburger EU-Ratspräsidentschaft, Gotovina befinde sich «in Reichweite der kroatischen Behörden».
Nach einer Umfrage der EU-Kommission führt der Streit auch zu Unzufriedenheit bei den Kroaten selbst. Wegen des Streits sind derzeit nur 30 Prozent der Kroaten für einen EU-Beitritt.
Der kroatische Ministerpräsident Ivo Sanader bekannte sich unlängst in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» zur Zusammenarbeit mit dem UN-Tribunal. Er forderte die EU auf, mit Kroatien eine Sondereinheit zu bilden, «um den Fall Gotovina zu lösen». Zugleich forderte er, die Beitrittsverhandlungen dürften nicht verschoben werden. Er warnte, andernfalls erhielten die anti-europäischen Kräfte in Südosteuropa Auftrieb. (nz)

