29. Dez 2004 13:57
In spätestens drei Jahren soll es ein Frühwarnsystem für den Indischen Ozean geben. Das kündigte die indische Regierung an.
Nach der verheerenden Flutwelle in Südasien will Indien auch im Indischen Ozean ein Frühwarnsystem bauen. Laut Angaben des Wissenschaftsministeriums wird es zweieinhalb Jahre dauern, bis das erforderliche Netzwerk von Sensoren eingerichtet sei. Die Kosten für das Projekt bezifferte der zuständige Minister auf 1,25 Milliarden Rupien (rund 20 Millionen Euro). Von den elf Ländern im Katastrophengebiet war nur Thailand an ein Frühwarnsystem zur Erkennung von Flutwellen aufgrund eines Bebens angeschlossen. Das Pazifik Tsunami Warning System wurde 1948 ins Leben gerufen und besteht aus einem Netz von Sensoren im Pazifik, die seismische Aktivitäten messen. Sind die Kriterien für das Entstehen gefährlicher Tsunamis erfüllt, in der Regel besteht ein solches Risiko ab der Stärke 7 auf der Richterskala, wird eine Flutwellenwarnung ausgegeben.
Der indische Ozean wird von diesem System nicht erfasst. Experten begründen dies damit, dass die Flutwellengefahr bislang hauptsächlich als pazifisches Problem betrachtet wurde. Allerdings hatten Wissenschaftler schon im Juni auf einer UN-Tagung darauf hingewiesen, dass es ein Tsunami-Risiko für diese Meeresregion gebe. Sie forderten die Anrainer-Staaten auf, zu handeln. Länder wie Indien und Malaysia hätten wenig Interesse gezeigt. (nz)