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Zahl der Opfer der Flutkatastrophe
in Südasien auf rund 24.000 gestiegen

27. Dez 2004 07:14, ergänzt 16:35
Bergung von Opfern in Sri Lanka
Mindestens 24.000 Menschen sind durch die Flutwelle nach einem Seebeben in Südasien ums Leben gekommen. Am Montag suchten Helfer und Angehörige nach tausenden Vermissten.

Thema: Seebeben in Südasien
Am Tag nach der Flutkatastrophe in Südostasien ist die Zahl der registrierten Opfer auf nahezu 24.000 gestiegen. Das meldete der indische Nachrichtensender NDTV. Tausende Helfer und Angehörige suchten an den Küsten von Bangladesch bis Thailand nach Vermissten. Von hunderten Menschen fehlt jegliches Lebenszeichen. Hilfsorganisationen aus aller Welt machten sich in die Region auf und begannen ihre Einsätze.

Die Stärke des Erdbebens vor Sumatra, das die Flutwellen am Sonntagmorgen ausgelöst hatte, wurde von US-Wissenschaftlern inzwischen auf 9,0 auf der Richterskala hochgestuft. Es war das stärkste Beben seit 40 Jahren.

Zahlreiche ausländische Opfer

Ob auch Deutsche bei der Naturkatastrophe ums Leben kamen, konnte das Auswärtige Amt auch 24 Stunden nach der Katastrophe nicht sagen. Vier Tui-Urlauber werden im Süden Sri Lankas vermisst, wie der Reisekonzern mitteilte. Laut Augenzeugen kamen mindestens zwei Deutsche in den Fluten ums Leben.

Drei Österreicher ertranken im thailändischen Badeort Phuket, wie der österreichische Konsul in Thailand, Edwin Ferner, dem Radiosender Radio Arabela sagte. Experten in Wien rechnen mit noch mehr österreichischen Toten, da sich zum Zeitpunkt der Katastrophe mehrere tausend Österreicher in der Region befanden.

Elf tote Italiener

Das Außenministerium in Rom gab den Tod von mindestens elf Italienern bekannt. Sechs von ihnen wurden demnach in Phuket und auf der nahe gelegenen Insel Phi Phi von der Flutwelle getötet. Weitere Italiener werden vermisst.

Auch mindestens vier Briten sind unter den Toten. Laut Außenminister Jack Straw wurden in Phuket zudem 69 britische Staatsbürger verletzt. Zuvor war bekannt geworden, dass auf den Malediven ein Brite beim Anblick der herannahenden Welle einen Herzstillstand erlitt. Auch sechs Australier wurden als vermisst gemeldet.

Nach Angaben der französischen Regierung kamen drei Franzosen, unter ihnen ein vierjähriges Mädchen, ums Leben. Es sei mit weiteren Opfern zu rechnen, sagte Außen-Staatssekretär Renaud Muselier im Radiosender Europe 1. Bis zu 5000 Franzosen machten zum Zeitpunkt der Katastrophe in der Region Urlaub.

Bestätigt wurde außerdem der Tod von zwei Belgierm: einem zehn Monate alten Baby und eine 60-jährige Frau.

Schlechtes Warnsystem

Die hohe Zahl Toter hätte nach Meinung von US-Forschern verhindert werden können, wenn die besonders betroffenen Länder Indien und Sri Lanka an ein internationales Warnsystem angeschlossen gewesen wären.

«Sie haben keine Flutbojen und kein Alarmsystem», sagte der Geologe Waverly Person vom Nationalen Erdbebenzentrum in Colorado. «Es gibt überhaupt keine Warnbojen im Indischen Ozean, und dort ist es zu der verheerenden Tsunami gekommen.» (nz)

 
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