Friedensnobelpreis an Maathai verliehen
10.12.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Maathai ist vor allem durch ihr Engagement zum Pflanzen von Bäumen in Kenia bekannt. Sie ist auch stellvertretende Umweltministerin des Landes.
Sie erhielt den mit zehn Millionen schwedischen Kronen (rund 1,1
Millionen Euro) dotierten Preis für Initiative zur Wiederaufforstung Kenias. 1977 gründete Maathai die Organisation «Green Belt Movement» (Bewegung Grüner Gürtel) genau mit diesem Ziel. Laut der Initiative wurden bisher 30 Millionen Bäume in dem seit 1950 um 90 Prozent abgeholzten ostafrikanischen Land neu gesetzt.
In ihrer Dankesrede sagte die 64-Jährige, das Nobelkomitee habe mit der Verknüpfung von Umwelt, Frieden und Demokratie beim diesjährigen Preis «visionär gehandelt». Maathai sagte weiter: «Ich weiß, dass
dies eine Ermutigung für Menschen überall in Afrika ist.» Die Auszeichnung gelte auch allen ihren Mitstreitern in der ganzen Welt und dem kenianischen Volk. Deshalb nehme sie den Preis gern entgegen.
Ihr Engangement speise sich aus ihrer Beobachtung der Natur in Kenia in ihrer Kindheit und aus ihrer Ausbildung in den USA und in Deutschland. Sie beschrieb, wie sie selbst durch ihren Einsatz für die Umwelt die Zusammenhänge mit Frieden begriffen habe. Auch die Kultur spiele eine wichtige Rolle - vor allem die Völker Afrikas müssten lernen, das was gut an ihren Traditionen sei anzuerkennen und so zu einem neuen Selbstbewußtsein zu gelangen.
Sie rief alle Führer in Afrika dazu auf, Demokratie herzustellen und so die Energien der Bevölkerung freizusetzen.
Das Komitee habe nach mehreren Preisen, die vor allem an Menschen gegangen seien, die sich für andere Menschen einsetzten, den eigenen Friedensbegriff in diesem Jahr «sichtbar noch mehr erweitert». «Der Umweltschutz ist ein weiterer Weg zum Frieden geworden», sagte der Komiteechef.(nz)

