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Friedensnobelpreis an Maathai verliehen

10. Dez 2004 13:43, ergänzt 14:14
Wangari Maathai bekommt den Nobelpreis überreicht
Der Friedensnobelpreis ist an die Umweltaktivistin und Politikerin Wangari Maatai verliehen worden. Wenn es der Umwelt gut gehe, könne Frieden entstehen, sagte sie in ihrer Dankesrede und rief Afrika zur Demokratie auf.

In Oslo hat die Kenianerin Wangari Maathai den Friedensnobelpreis entgegen genommen.

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Es ist das erste Mal, dass eine Frau aus Afrika den Friedensnobelpreis bekommt. Außerdem ist es das erste Mal, dass eine Person ausgezeichnet wird, die sich in erster Linie für die Umwelt eingesetzt hat - um so Frieden zu schaffen.

Maathai ist vor allem durch ihr Engagement zum Pflanzen von Bäumen in Kenia bekannt. Sie ist auch stellvertretende Umweltministerin des Landes.

Sie erhielt den mit zehn Millionen schwedischen Kronen (rund 1,1
Millionen Euro) dotierten Preis für Initiative zur Wiederaufforstung Kenias. 1977 gründete Maathai die Organisation «Green Belt Movement» (Bewegung Grüner Gürtel) genau mit diesem Ziel. Laut der Initiative wurden bisher 30 Millionen Bäume in dem seit 1950 um 90 Prozent abgeholzten ostafrikanischen Land neu gesetzt.

In ihrer Dankesrede sagte die 64-Jährige, das Nobelkomitee habe mit der Verknüpfung von Umwelt, Frieden und Demokratie beim diesjährigen Preis «visionär gehandelt». Maathai sagte weiter: «Ich weiß, dass
dies eine Ermutigung für Menschen überall in Afrika ist.» Die Auszeichnung gelte auch allen ihren Mitstreitern in der ganzen Welt und dem kenianischen Volk. Deshalb nehme sie den Preis gern entgegen.

Umwelt, Frieden, Demokratie

Der Preis sei auch eine Ermutigung für alle afrikanischen Völker. Es gelte mit diesem neuen Mut nun, Lösungen für Konflikte zu finden und für ein friedliches Leben und eine intakte Umwelt zu streiten. Die Lösungen müssten vor allem von den Afrikanern selbst kommen.

Ihr Engangement speise sich aus ihrer Beobachtung der Natur in Kenia in ihrer Kindheit und aus ihrer Ausbildung in den USA und in Deutschland. Sie beschrieb, wie sie selbst durch ihren Einsatz für die Umwelt die Zusammenhänge mit Frieden begriffen habe. Auch die Kultur spiele eine wichtige Rolle - vor allem die Völker Afrikas müssten lernen, das was gut an ihren Traditionen sei anzuerkennen und so zu einem neuen Selbstbewußtsein zu gelangen.

Macht der Frauen stärken

Wichtig sei ihr, so Maathai, dass durch den Einsatz für eine bessere Umwelt auch die Macht der Frauen gestärkt werde. In Afrika seien es ohnehin die Frauen, die die Familien durch ihre Arbeit ernährten. Wenn sie sich für mehr Bäume und sauberes Wasser einsetzen, verbessere dies ihre Lebensqualität und verschaffe ihnen Respekt.

Sie rief alle Führer in Afrika dazu auf, Demokratie herzustellen und so die Energien der Bevölkerung freizusetzen.

Komiteechef: «Friedensbegriff erweitert»

Der Chef des Nobelkomitees, Ole Danholt Mjos, lobte Maathai im Beisein von Norwegens König Harald V. als «wahre afrikanische Mutter und wahre afrikanische Frau». Mjos sagte: «Frieden auf Erden hängt von unserer Fähigkeit zur Bewahrung einer lebendigen Umwelt ab.»

Das Komitee habe nach mehreren Preisen, die vor allem an Menschen gegangen seien, die sich für andere Menschen einsetzten, den eigenen Friedensbegriff in diesem Jahr «sichtbar noch mehr erweitert». «Der Umweltschutz ist ein weiterer Weg zum Frieden geworden», sagte der Komiteechef.(nz)

 
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