Auf Kondolenzseiten im Internet fordern niederländische Bürger laut Presseberichten ein härteres Vorgehen gegen Muslime. «Marokkaner raus», «Kopftücher runter» und «Schließt die Moscheen» ist dort demnach zu lesen. Die rechtsliberale Integrationsministerin Rita Verdonk will die Kontrolle von Moscheen und muslimischen Organisationen verstärken. Der Schriftsteller Leon de Winter sieht den Mord als «eine Folge der Immigration aus Nordafrika».
Ministerpräsident Jan-Peter Balkenende zog eine Parallele zum Mord des Rechtspopulisten Pim Fortuyn vor gut zwei Jahren. Der Mordanschlag auf van Gogh sei ein erneuter Angriff auf die Demokratie und Meinungsfreiheit, sagte der Politiker. Der Tod Fortuyns, dessen ausländerfeindliche und islamkritische Äußerungen für Aufregung gesorgt hatten, hatte eine generelle Debatte über Meinungsfreiheit ausgelöst.
Niederländische Politiker fürchten seit dem Anschlag zunehmende Spannungen in der Bevölkerung und warnen vor Hass gegen Muslime. Muslimische Verbände und Organisationen distanzierten sich von dem Anschlag. (nz)