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Angst vor rechter Gewalt nach Van-Gogh-Mord

03. Nov 2004 16:38
Rechte demonstrieren nach Van-Gogh-Mord in Amsterdam
Als Reaktion auf den Mord am niederländischen Regisseur Van Gogh in Amsterdam gibt es Spannungen zwischen Einheimischen und Zugewanderten. Bei einer Demonstration wurden anti-muslimische Parolen skandiert.

Der Mord an dem Filmregisseur und Publizisten Theo van Gogh sorgt in den Niederlanden für Wut und Angst in der Bevölkerung. Van Gogh war am Dienstag auf offener Straße von mehreren Schüssen getroffen und dann erstochen worden. Es gebe deutliche Hinweise, dass es sich bei dem mutmaßlichen Täter marokkanischer Herkunft um einen radikalen Islamiten handelt, sagte der Justizminister Piet-Hein Donner am Mittwoch. Daher werde mit Spannungen zwischen Einheimischen und Einwanderern gerechnet. Muslime fürchten demnach Racheakte.
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  • Islamkritischer Cineast in Amsterdam ermordet 02. Nov 2004 11:19, ergänzt 14:20
  • Bereits vor dem Mord war die Atmosphäre im Land angespannt gewesen. Niederländisch-muslimische Immigranten fühlen sich von verschärften Einwanderungsrichtlinien und Anti-Terror-Gesetzen diskriminiert. Die Mitte-Rechts-Regierung hatte eine Abkehr von der liberalen Integrationspolitik angekündigt und so das Ideal der multi-kulturellen Gesellschaft in Frage gestellt.

    Mehrere muslimische Organisationen kündigten Protestkundgebungen als Reaktion auf den Mord an Van Gogh an. Rechtsgerichtete Demonstranten zogen gleich am Dienstagabend durch Amsterdam und skandierten islamfeindliche Parolen.

    «Schließt die Moscheen»

    Auf Kondolenzseiten im Internet fordern niederländische Bürger laut Presseberichten ein härteres Vorgehen gegen Muslime. «Marokkaner raus», «Kopftücher runter» und «Schließt die Moscheen» ist dort demnach zu lesen. Die rechtsliberale Integrationsministerin Rita Verdonk will die Kontrolle von Moscheen und muslimischen Organisationen verstärken.

    Der Schriftsteller Leon de Winter sieht den Mord als «eine Folge der Immigration aus Nordafrika».

    Ministerpräsident Jan-Peter Balkenende zog eine Parallele zum Mord des Rechtspopulisten Pim Fortuyn vor gut zwei Jahren. Der Mordanschlag auf van Gogh sei ein erneuter Angriff auf die Demokratie und Meinungsfreiheit, sagte der Politiker. Der Tod Fortuyns, dessen ausländerfeindliche und islamkritische Äußerungen für Aufregung gesorgt hatten, hatte eine generelle Debatte über Meinungsfreiheit ausgelöst.

    Niederländische Politiker fürchten seit dem Anschlag zunehmende Spannungen in der Bevölkerung und warnen vor Hass gegen Muslime. Muslimische Verbände und Organisationen distanzierten sich von dem Anschlag. (nz)

     
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