Viele Tote und Verletzte bei Geiseldrama
Der Berater des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Aslambek Aslachanow, bestätigte Zeugenaussagen, nach denen etwa 1200 Geiseln in der Schule waren. Der Präsident von Nord-Ossetien, Alexander Dsasoschow, teilte am Abend mit, 400 Geiseln seien gerettet worden. Er hoffe, so Dsasoschow, dass von den Verletzten viele gerettet werden könnten.
Laut Interfax kamen die meisten Menschen ums Leben, als die Entführer das Dach der Turnhalle sprengten. Sie seien von den Trümmern erschlagen worden. Nach Aussage eines Zeugen sprengte sich zudem ein Terrorist in der Halle selber in die Luft.
Etwa 95 Tote seien inzwischen identifiziert worden, gab der Chef des regionalen russischen Sicherheitsdienstes bekannt.
Derzeit gibt es widersprüchliche Meldungen, ob das Geiseldrama völlig beendet ist. Reportern berichten, seit einiger Zeit seien von der Schule keine Kämpfe mehr zu hören. Das russische Militär erklärte am Abend, der Einsatz zur Vernichtung der Terroristen sei beendet. Alle Terroristen seien tot oder gefangen genommen worden.
Interfax jedoch meldet, vier Geiselnehmer seien noch auf der Flucht. Ein ARD-Reporter berichtete von neuen Explosionen auf dem Gelände der Schule gegen 20 Uhr 40. Laut der Nachrichtenagentur AP waren auch zwei Stunden später noch sporadisch Gewehrschüsse und Detonationen zu vernehmen.
Von den vermutlich rund 40 Geiselnehmern sind nach offiziellen Angaben 20 bei der Erstürmung getötet worden. Bei zehn von ihnen handele es sich nach Angaben eines Kreml-Mitarbeiters um arabische Söldner. Präsident Putin hatte in den vergangenen Tagen darauf hingewiesen, dass es eine Verbindung zwischen tschetschenischen Rebellen und Terroristen des Al-Qaeda-Netzwerks gebe.
Als die Geiselnehmer auf diese schossen, erwiderten die Einsatzkräfte das Feuer. Während des Schusswechsels wurde das Dach der Turnhalle gesprengt, woraufhin sich offenbar die Einsatzleitung spontan zur Stürmung entschloss. Der Zugriff der russischen Kräfte sei nicht geplant gewesen, hieß es. «Diese Variante war in unseren Planungen keine Option, da in der Schule so viele Kinder waren», sagte ein Mitarbeiter des Krisenstabs.
Die Geiselnehmer, denen die Flucht gelang sollen noch Geiseln bei sich haben. Ein Mitarbeiter des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB sagte vor Journalisten, in der Stadt werde immer noch mit einigen der geflohenen Entführer gekämpft. (nz)

