03.09.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Kinder trinken Wasser nach der Befreiung
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Russische Spezial-Einheiten sind in die russische Schule in Beslan eingedrungen und haben das Gebäude unter ihre Kontrolle gebracht. Die meisten Kinder haben nach offiziellen Angaben überlebt. Fünf Geiselnehmer sind tot, einige Terroristen flohen. Thema: Geiselnahme in russischer Schule Dach der besetzten Schule in Beslan nach Explosion eingestürzt Ausbruchsversuch aus besetzter Schule in Südrussland Geiselnehmer in Südrussland fordern Unabhängigkeit Tschetscheniens
Russische Spezial-Einheiten sind in die besetzte russische Schule in Beslan eingedrungen. Die russische Nachrichtenagentur Itar-Tass berichtet, die Armee habe das Gebäude komplett unter ihre Kontrolle gebracht. Sanitäter betraten das Gebäude mit Tragen. Mehrere Geiseln verließen das Gebäude.
Nach Angaben des russischen Innenministeriums haben die meisten der als Geiseln genommenen Kinder überlebt. 200 Menschen wurden in Krankenhäuser eingeliefert.
Da die Armee das Gelände weiträumig abgesperrt hat, ist die Lage aber immer noch unübersichtlich. Russische und amerikanische Medien berichten von wiederholten Schießereien außerhalb der Schule. Auch in der Schule soll es nach der Erstürmung noch einmal eine Explosion gegeben haben. Nach Angaben von Itar-Tass sprengten die russischen Sicherheitskräfte ein Loch in die Mauer der Schule, um den Geiseln die Flucht zu erleichtern.
Flucht einiger GeiselnehmerMindestens fünf Geiselnehmer wurden erschossen.
Der Online-Zeitung «gazeta.ru» berichtet, mehrere der Geiselnehmer hätten versucht, in die Stadt zu fliehen. Es gibt Gerüchte, dass sie Geiseln bei sich haben. Die Bewohner von Beslan wurden zu erhöhter Vorsicht aufgerufen. Nach Agenturmeldungen haben sich die geflohenen Geiselnehmer zum Teil verkleidet. Einige von ihnen sollen sich in einem Haus der Stadt verschanzt haben, das mittlerweile von russischen Einheiten umstellt ist.
Tote und VerletzteDie Stürmung der Schule erfolgte offenbar ungeplant. Das sagte auch der Innenminister von Nord-Ossetien. Nach Medienberichten hatten Einsatzkräfte und Geiselnehmer vereinbart, dass die seit Mittwoch in der Schule liegenden Leichen abzutransportiert werden sollten. Als zwei Fahrzeuge auf den Schulhof fuhren, floh eine Gruppe von etwa 30 Geiseln.
Die Terroristen zündeteten daraufhin mehrere Bomben, das Schuldach stürzte teilweise ein. Weitere Geiseln flohen, die Terroristen schossen - das Chaos nutzen die russischen Sicherheitskräfte für die Stürmung.
Bislang ist unklar, wieviele Geiseln in der Schule waren. Nach offiziellen russischen Angaben waren es etwa 350. Am Donnerstag freigelassene Geiseln hatten von bis zu 1500 Menschen berichtet. Die Schule war von den Terroristen am Mittwoch, dem ersten Schultag in Russland, in ihre Gewalt gebracht worden. (nz)