Saudi-Arabien reagiert mit Kampagne auf Moore-Film
24.08.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Michael Moore
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Mit einer Anzeigen-Kampagne in den USA hat Saudi-Arabien Aussagen aus Michael Moores Dokumentarfilm «Fahrenheit 9/11» widersprochen.
Saudi-Arabien hat mit einer Anzeigenkampagne in neunzehn amerikanischen Städten auf Aussagen aus dem Dokumentarfilm «Fahrenheit 9/11» von Michael Moore reagiert. Die britische Zeitung «Guardian» berichtet, in den Anzeigen würden Zitate aus dem offiziellen Kommissionsbericht zum 11. September zitiert und Behauptungen aus Moores Film gegenübergestellt.
In dem Kommissionsbericht heißt es, es gebe keinen Beweis dafür, dass Mitglieder der Bin-Laden-Familie nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York und Washington aus den USA ausgeflogen worden seien, bevor der Luftraum über dem Land am 13. September wieder geöffnet worden sei. Demnach gibt es auch keinen Beweis dafür, dass dies auf Anweisung der US-Regierung geschehen sei.
Zeitpunkt des Ausflugs strittigDas erste saudi-arabische Flugzeug habe die USA am 14. September verlassen. An Bord sei der stellvertretende Verteidigungsminister gewesen. Der «Bin-Laden-Flug» mit 26 Passagieren, davon die meisten Angehörige der Familie des Terroristen Osama bin Laden, habe die USA erst am 20. September
verlassen.
Moore behauptet hingegen in seinem Film, die Bin-Laden-Familie sei innerhalb einer Woche ausgeflogen worden. In dem Buch «Volle Deckung Mr. Bush» beruft sich Moore auf die «New York Times». Er zitierte die Zeitung mit dem Satz: «In den ersten Tagen nach den Terroranschlägen in New York und Washington beobachtete Saudi-Arabien die rasche Evakuierung von 24 Mitgliedern von bin Ladens weitläufiger Familie aus den Vereinigten Staaten.»
25 Millionen für ImagekampagnenIn Saudi-Arabien ist Moores-Film nicht zu sehen, da es in dem Land keine Kinos gibt. In Kuwait ist der Film verboten, weil «Fahrenheit 9/11» die saudi-arabische Königsfamilie beleidige.
Saudi-Arabien startete in den vergangenen Jahren immer wieder Imagekampagnen. Allein in den beiden vergangen Jahren soll das Land dafür 25 Millionen Dollar ausgegeben haben. (nz)