04. Aug 2004 15:51
Auf der Insel Gibraltar feiern die Bewohner 300 Jahre Zugehörigkeit zu Großbritannien. Sie haben eine Menschenkette um die Insel gebildet.
Seit 1713 ist die Insel laut dem Vertrag von Utrecht in britischem Staatsbesitz, 1704 war der damals spanische Hafen von den Briten eingenommen worden. Laut Vertrag kann der Kolonienstatus solange nicht mit Spanien verhandelt werden, bis die Gibraltarer ihre Zustimmung dazu geben. 2002 war mit 99-prozentiger Mehrheit eine britisch-spanische Verwaltung von den rund 30.000 Einwohnern abgelehnt worden. 14 Prozent der Einwohner sind rein britischer Abstammung, die Insel hat den Status eines britischen Überseegebiets. 300 Seeleute der Royal Navy sind unter Leitung des britischen Verteidigungssekretärs Goeff Hoon durch die Straßen der Stadt marschiert, einige Einwohner trugen rote mit dem «Union Jack» bedruckte Hemden.
Spaniens Außenminister Miguel Moratinos zeigte sich «not amused» über den Aufmarsch der Navy. Er habe mehr Zurückhaltung von den Briten erwartet, schrieb er in einem Gastkommentar in der spanischen Zeitung «El País».
Die neue spanische Regierung müsse sich wegen den Feierlichkeiten nicht brüskiert fühlen, sagte der Regierungschef von Gibraltar, Peter Caruana in spansicher Sprache auf einer Pressekonferenz. Die Vorbereitungen zu den Feierlichkeiten hätten schon lange vor den Wahlen begonnen. Die Bevölkerung wolle nicht in einen Disput zwischen Großbritannien und Spanien hineingezogen werden. Die Gibraltarer würden ihre Vergangenheit feiern, sagte er. (nz)