23.07.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Unterlagen über den Militärdienst von US-Präsident Bush, die bisher als vernichtet galten, sind nun doch veröffentlicht worden. Demokraten werfen Bush vor, den Dienst vernachlässigt zu haben.
Das US-Verteidigungsministerium hat Unterlagen über den Militärdienst von US-Präsident George W. Bush bei der Nationalgarde von Alabama herausgegeben. Die Soldzettel, die den Zeitraum von Juli bis September 1972 abdecken, galten als verschwunden.
Das Pentagon hatte bislang angegeben, die Unterlagen seien versehentlich vernichtet worden. In einem Brief an die Nachrichtenagentur AP schrieb der zuständige Informationschef C.Y. Talbot am Freitag die Dokumente seien jetzt erst gefunden worden, weil sie falsch nummeriert worden seien.
AP hatte vor einer Woche bei einem New Yorker Gericht die Freigabe sämtlicher Unterlagen über den Militärdienst Bushs beantragt. Die bisherigen Veröffentlichungen entsprächen nicht den Vorgaben des Gesetzes zur Informationsfreiheit, hieß es in der Eingabe.
Zweifel an PflichterfüllungEs gebe nach wie vor Zweifel daran, dass Bush während des Vietnam-Kriegs seinen Dienst bei der Nationalgarde ordnungsgemäß absolviert habe, hieß es. Bush war 1972 zeitweise als Leutnant bei einer Einheit im US-Staat Alabama stationiert. Gleichzeitig leitete er den Wahlkampf von Winton Blount, einem Freund der Familie, der sich - letztlich erfolglos - um einen Sitz im Senat bewarb.
Die oppositionellen Demokraten werfen dem Präsidenten vor, in dieser Zeit seinen Militärdienst vernachlässigt und sich regelwidrig von seinen Pflichten entfernt zu haben. AP verwies im Gerichtsantrag auch auf Anschuldigungen, wonach belastendes Material möglicherweise 1997 vernichtet wurde, als Bush sich abermals um den Gouverneursposten von Texas bewarb. (nz)