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«Verfehlungen haben nie stattgefunden»

19. Jul 2004 13:00
Im Sexskandal des österreichischen Priesterseminars St. Pölten hat der beschuldigte Subregens alle Vorwürfe zurückgewiesen. Er werde sich gegen die Rufschädigung gerichtlich zur Wehr setzen.

Einer der Beschuldigten im Sexskandal des katholischen Priesterseminars von St. Pölten in Niederösterreich hat sämtliche Vorwürfe bestritten. In einer Erklärung, die der Netzeitung vorliegt, weist der zurückgetretene Subregens des Priesterseminars, Wolfgang Rothe, die angeblichen Verfehlungen «auf das Entschiedenste» zurück.

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Laut Rothe haben weder «die durch angebliche 'Beweisfotos' belegten Verfehlungen bei einer Weihnachtsfeier je stattgefunden, was in jedem Fall durch Zeugenaussagen belegbar ist, noch entsprechen die übrigen gegen mich erhobenen Anschuldigungen auch nur ansatzweise der Wahrheit».

Gewisse Zärtlichkeiten

Was Rothe als unwahr bezeichnet, hatte zuvor das österreichische Nachrichtenmagazin «Profil» berichtet. Das Blatt veröffentlichte Fotos aus dem Seminar. Sie zeigen küssende Geistliche, einen Priester, der einen Freund an eindeutiger Stelle an die Hose greift, und den stellvertretenden Seminarleiter Wolfgang Rothe. Auf dem Foto streichelt Rothe einen Schüler und küsst ihn auf den Mund, was er im deutschen Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» als gewisse Zärtlichkeiten beschreibt, die als angewandte Nächstenliebe zu deuten seien.

Rothe hatte infolge des Skandals seinen Posten als Vize-Seminarleiter niederlegt, um, wie er in seiner Erklärung schreibt, «mich selbst und vor allem das Priesterseminar aus dem Schussfeld zu bringen». Er kündigte zudem an, sich gegen die ihm «zugefügte Rufschädigung» auch auf zivil- und strafrechtlicher Grundlage zur Wehr zu setzen.

«Bauernopfer»

Für die gegenwärtige Kampagne macht Rothe indes St. Pöltener Kirchenkreise verantwortlich. Die dortigen Personen, deren Namen er nicht nennt, hätten «ihre Abneigung gegen den Hochwürdigsten Herrn Diözesanbischof [Kurt Krenn; Anm. d. Red.] schon wiederholt unter Beweis gestellt». Diese lege die Vermutung nahe, dass man ein «Bauernopfer» gesucht habe, um ihn (Krenn) in Bedrängnis zu bringen.

Die Anschuldigungen gegen ihn will Rothe nicht auf sich sitzen lassen. Er kündigte an, dass er nach «Tagen tiefster Verzweiflung und Dunkelheit den Kampf um Wahrheit, Gerechtigkeit und Ehre» aufnehmen werde, wenngleich ihm bewusst sei, dass es sich um einen Kampf Davids gegen Goliath handele. (nz)

 
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