Papst und Patriarch fordern Einheit der Christen
29.06.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Mit einer gemeinsamen Messe in Rom haben der Papst und der orthodoxe Patriarch Bartholomäus ihren Willen zur Annäherung demonstriert. Die Einheit aller Christen sei ein wichtiges Ziel.
Papst Johannes Paul II. und der orthodoxe Patriarch Bartholomäus I. von Konstantinopel haben am Dienstag bei einer Messe auf dem Petersplatz in Rom an alle Christen appelliert, sich als Einheit zu fühlen. Zugleich gestanden sie ein, dass es noch schwer wiegende Hindernisse auf dem Weg dorthin gebe.
Nach Worten von Johannes Paul II. ist die katholische Kirche daran interessiert, den historischen Bruch zwischen östlichem und westlichem Christentum zu überwinden. «Der Weg ist sicherlich nicht einfach oder ohne Hindernisse», sagte der Papst. Bartholomäus, das Ehrenoberhaupt der orthodoxen Christen, sagte, es könne noch einige Zeit dauern, bis das Ziel erreicht sei. Es gebe aber einen «ernsthaften Wunsch, Hindernisse beiseite zu räumen».
Gemeinsame Erklärung geplantDer Papst forderte einen «Sprung nach vorn» im Dialog mit den Orthodoxen. Er plädiere dafür, dass es eine gemischte Kommission aus orthodoxen und katholischen Theologen geben solle, um den Kontakt zu verbessern. Entsprechende Gespräche waren vor einem Jahr nach einem Konflikt um die Ernennung katholischer Bischöfe in Russland unterbrochen worden. Das Ehrenoberhaupt der Orthodoxie besuchte Johannes Paul II. erstmals seit Beginn des Konflikts.
Beide Kirchenführer betonten, ihr gemeinsamer Auftritt bei der Messe diene nicht lediglich dem Zeremoniell, er sei vielmehr ein wahrhafter Versuch, sich einander anzunähern. Aus Kreisen des Vatikans verlautete, Johannes Paul und Bartholomäus würden in den kommenden Tagen eine gemeinsame Erklärung unterzeichnen.
Kardinal Walter Kasper deutete an, beide Kirchen könnten sich darauf verständigen, vor drei Jahren unterbrochene theologische Gespräche wieder aufzunehmen und reguläre Kontakte einzurichten. (nz)