netzeitung.deIndien wählt am Computer

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Inderin wählt elektronisch (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Inderin wählt elektronisch
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Zum ersten Mal in der Geschichte Indiens werden elektronische Abstimmungsgeräte verwendet. Der Einsatz bringt nicht nur Vorteile.

Erstmals werden bei dieser Wahl elektronische Wahlmaschinen eingesetzt. Einfacher, verlässlicher, schwerer zu manipulieren sollen die Geräte sein. Aber sie sind auch ungewohnt für eine Bevölkerung mit nahezu 40 Prozent Analphabeten, von denen viele noch nie irgendeinen Knopf gedrückt haben.

Indiens Beamte feiern den anspruchsvollen Apparat als ein Beispiel für das neue Indien, eine Nation des zunehmenden technologischen geprägten Arbeitsmarktes, des aufstrebenden Optimismus und der ansteigenden Ökonomie.

Rund 170.000 Abstimmungsgeräte kommen zum Einsatz. Die Stimmen werden elektronisch ausgezählt, das Ergebnis wird anschließend per Telefon weitergegeben.

Allerdings sind die neuen Geräte nicht so sicher, wie sich die Wahlleitung das vorgestellt hatte. Eine Manipulation der Wahl, wie in Indien vielerorts üblich, ist weiterhin möglich.

Der Betrug funktioniert immer nach dem gleichen Prinzip: Einige Mitglieder einer lokalen Partei stürmen in das Wahllokal. Sie bedrohen die Polizisten, die die Wahlstation bewachen und übernehmen die Kontrolle über die Wahlkabinen. Während sich die Polizisten und die Wahlhelfer die Augen zuhalten müssen, drücken die jungen Parteimitglieder die Taste ihrer Partei auf dem Automaten wieder und wieder.

Dieses Vorgehen ist die neueste Version eines altbewährten indischen Wahlbetrugs: «booth capturing» - «Kabinen-Übernahme». In dieser Version mieten politische Parteien bewaffnete Gruppen, welche dann die Kontrolle über die Wahlautomaten an sich nehmen und für diese Partei wählen.

«Neuerdings heißt es jedoch nicht mehr 'booth capturing'», sagte Saadat Hasan Mintu, stellvertretender Wahlleiter von Bihar. «Es heißt jetzt 'booth management'». (nz)