Parlamentswahlen in Indien von Gewalt überschattet
26. Apr 2004 10:43, ergänzt 16:38
 | Inder vor Wahllokal in Chadoora, Kaschmir | Foto: Foto: AP |
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Tote und Verletzte hat es bei der Wahl in den strategisch wichtigen Unionsstaaten Uttar Pradesh und Bihar gegeben. Ein Viertel aller Wahlberechtigten Indiens stimmte am Montag ab.
In der dritten Runde der indischen Prlamentswahlen ist es am Montag zu gewaltätigen Zwischenfällen gekommen. Nach Behördenangaben wurden neun Menschen getötet, mehr als 20 wurden verletzt. Rebellengruppen hatten zum Boykott der Wahlen aufgerufen. Obwohl starke Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden, gingen in einigen Regionen viele Inder nicht zu Wahl.
Strategisch wichtig
172 Millionen Inder waren am Montag zur Wahl aufgerufen. Damit galt die Abstimmung als strategisch wichtig für den Gesamtausgang der Parlamentswahl. In früheren Umfragen wurde der Bharatiya Janata (BJP), der Hindu Partei des Premierministers Vajpayee und führenden Kraft der Regierungskoalition ein klaren Sieg vorausgesagt. Dagegen konnte die Congress Partei mit Sonia Gandhi und ihrem Sohn Rahul an der Spitze ihren Abstand zur BJP verkürzen.
Uttar Pradesh entsendet mehr Abgeordnete in das indische Parlament als jeder andere Unionsstaat. Die meisten der indischen Premierminister sind in Uttar Pradesh gewählt worden. Damit gelten die Abstimmungen am Montag als Schlüsselwahl. Hier kann sich der Ausgang der Wahlen entscheiden. Daher haben die großen Parteien hier einen Grossteil ihres Wahlkampf abgehalten.
Besonders interessant ist die Region Amethi – der Wahlbezirk, von dem aus Rahul Gandhi in das indischen Parlament gelangen will. Er repräsentiert die vierte Generation dieser in Indien einflussreichsten Politiker-Dynastie. Bis heute stellte diese Familie drei der insgesamt zwölf Premierminister. Kritiker sehen in ihm einen politischen Neuling; aber er wird überall gefeiert. Die Congress Partei hat in den letzten Jahren an Stimmen verloren, aber Beobachter meinen, dass Rahul diesen Trend stoppen oder sogar umkehren könnte.
Feel-good-factor
Die BJP zielt auf die Mehrheit im Parlament und versucht Gewinne dadurch zu erreichen, dass sie vom «feel-good-factor» (Wohl-Fühl-Faktor) spricht. Die wachsende Ökonomie und der Frieden mit Pakistan hätten zum «Wohl-Fühl-Faktor» beigetragen. Die Opposition spricht dagegen von Armut in den ländlichen Gegenden und davon, dass der Frieden mit Pakistan brüchig sei. (nz)