11.03.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Die Nato will bis Juni ihre Truppen in Afghanistan deutlich verstärken. Die Bundeswehr bietet an, ihren Einsatz in Kundus auszudehnen.
Die Isaf-Truppen der Nato in Afghanistan sollen wegen der für Ende Juni vorgesehenen Parlamentswahlen aufgestockt werden. Wie die «Berliner Zeitung» berichtet, will die militärische Führung der Nato am Donnerstag in der belgischen Stadt Mons mit Vertretern der Mitgliedsstaaten einen neuen Operationsplan beraten. Dieser sieht vor, dass die Isaf-Schutztruppen vier weitere Regionalstützpunkte aufbauen sollen. Wie das Blatt berichtet, wolle die Bundeswehr anbieten, die Zahl ihrer Soldaten in Kundus aufzustocken. Die vom Bundestag genehmigte Obergrenze von 2250 Soldaten solle aber nicht überschritten werden.
Der Operationsplan sehe vor, dass sich die Nato-Truppen auch in Zukunft strikt von den Anti-Terror-Truppen der USA im Rahmen des Einsatzes von «Enduring Freedom» abgrenzen sollen. Ein gemeinsames Oberkommando will die militärische Führung der Nato demnach nicht. Dies werde jedoch in der politischen Führung der Allianz erwogen. Man überlege, dem US-General und Nato-Oberkommandierenden James Jones den Befehl über beide Missionen zu übertragen, berichtet die «Berliner Zeitung».
Die Nato hat zur Zeit 6500 Soldaten in Afghanistan stationiert. Außerhalb Kabuls ist nur die Bundeswehr mit rund 250 Soldaten im nordafghanischen Kundus vertreten. Sie will demnächst auch in den Nachbarregionen Badakshan, Baghlan und Takhar den zivilen Aufbau unterstützen.(nz)