Erbauer der pakistanischen Atombombe verkaufte Geheimnisse an Iran und Libyen
«Es gibt hinreichende Beweise für Verbindungen zwischen einer Handvoll Personen in Pakistan und der internationalen Schwarzmarkt-Mafia, die mit Nukleartechnologie handelt», sagte ein ungenannter Regierungsvertreter. Khan sei die «vorderste Figur in diesem dunklen Geschäft».
Die Regierung hat ein PR-Problem, ist Khan doch «der Vater» der pakistanischen Atombombe. Für die Bevölkerung ist er ein Held, hat er dem Land doch die Macht gegeben, dem jahrzehntelangen und bis dahin übermächtigen Gegner Indien die Stirn zu bieten. Laut AFP gibt es daher in der Regierung Streit darüber, wie man mit ihm umgehen soll.
Der Anstoß zu den Ermittlungen war von außen gekommen. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hatte im November Pakistan darüber informiert, dass einige Wissenschaftler streng gehütete Informationen verkaufen.
Khan hat nicht zum ersten Mal Informationen über Nuklearanlagen auf seltsame Art behandelt. Ein niederländisches Gericht hatte ihn 1983 wegen Diebstahls der Konstruktionsunterlagen einer europäischen Urananreicherungs-Anlage verurteilt. Lediglich Aufgrund eines Verfahrensfehlers war das Urteil revidiert worden.
Das pakistanische Außenministerium bemüht sich um Schadensbegrenzung um dem Eindruck entgegen zu wirken, die nukleare Hilfe sei staatlich sanktioniert gewesen. Man habe dies nicht genehmigt oder angeregt, und man sei sich seiner Verantwortung bewusst würde sensible Informationen auf keinen Fall weitergeben, so das Außenministerium.
Man habe niemals nukleares Wissen exportiert, sagte auch Präsident Pervez Musharraf in einem Interview mit CNN. «Wir werden gegen jeden Gesetzesverletzer vorgehen, da er ein Feind des Staates ist», so Musharraf. In wenigen Wochen bereits werde man die Untersuchung dazu beendet haben.

