netzeitung.deEU-Kommission weist Kritik jüdischer Organisationen zurück

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Die EU-Kommission ist Antisemitismusvorwürfen jüdischer Organisationen entgegen getreten.

Die Europäische Kommission hat bestritten, die Veröffentlichung einer EU-Studie zum Antisemitismus verhindert zu haben, auch habe die Kommission die öffentliche Meinung bei einer umstrittenen Umfrage zur Rolle Israels nicht beeinflusst. Diese Stellungnahme des Kommissionssprechers Reijo Kemppinnen ist die Reaktion auf einen Beitrag für die «Financial Times», in der die Präsidenten des Jüdischen Weltkongresses und des Europäischen Jüdischen Kongresses, Edgar Bronfman und Jacob Benatoff, den Umgang der Brüsseler Behörde mit der umstrittenen EU-Erhebung zum Antisemitismus in Europa kritisieren. «Untätigkeit kann ebenso eine Form des Antisemitismus sein wie direkte Schritte gegen Juden», schreiben die beiden Präsidenten.

Ein Ergebnis der vom Berliner Zentrum für Antisemitismusforschung im Auftrag der EU-Beobachtungsstelle für Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (EUMC) erstellten Studie war, dass besonders muslimische Einwanderer für den Anstieg des Antisemitismus in Europa verantwortlich seien. Die EUMC hatte zunächst entscheiden, die Studie nicht zu veröffentlichen. Bronfmann und Benatoff werfen der Kommission vor, sie wolle verheimlichen, dass die meisten gewaltsamen antisemitischen Vorfälle außerhalb Israels sich in Europa ereignet hätten.

Bei einem Treffen von Kommissionspräsident Romano Prodi mit Spitzenvertretern des Europäischen Jüdischen Kongresses Ende Dezember war eine Konferenz zum Thema Antisemitismus für Februar vereinbart worden. Einen genauen Termin für diese Konferenz gebe es noch nicht, so der Kommissionssprecher. (nz)