netzeitung.deKranker Papst spricht drei Missionare heilig

 Herausgeber: netzeitung.de

Papst Johannes Paul II (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Papst Johannes Paul II
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

In einer dreistündigen Zeremonie auf dem Petersplatz in Rom hat der gesundheitlich angeschlagene Papst drei Missionare heilig gesprochen - unter ihnen den deutschen Ordensgründer Arnold Janssen.

Ungeachtet seines schlechten Gesundheitszustands hat Papst Johannes Paul II. am Sonntag in einer langen Zeremonie drei katholische Missionare aus dem 19. Jahrhundert heilig gesprochen.

Der in Goch am Niederrhein geborene Arnold Janssen (1837-1909), Gründer des weltweit tätigen Steyler Missionswerkes sowie dessen Mitarbeiter, der Südtiroler China-Missionar Joseph Freinademetz (1831-1881) wurden heilig gesprochen. Außerdem wurde der erste katholische Bischof von Zentralafrika, der Italiener Daniel Comboni (1851-1881)in den Kanon der Heiligen aufgenommen.
Seligsprechung vorab
Papst Paul VI. hatte Janssen am Weltmissionssonntag, dem 19. Oktober 1975, selig gesprochen. Nach katholischem Verständnis stellt die Seligsprechung einen Menschen als Bild und Beispiel für die Kirche eines Landes, eines Bistums oder auch für eine bestimmte Gemeinschaft heraus. Die Heiligsprechung dehnt diese Verehrung auf die ganze Weltkirche aus.

Der ebenfalls 1975 selig gesprochene Freinademetz ging 1879 nach China und war dort Mitbegründer der Südschantung-Mission. Er bemühte sich besonders darum, einheimische Geistliche heranzubilden. Der 1996 von Papst Johannes Paul II. selig gesprochene Comboni gründete 1867 und 1872 die Institute seiner Missionare und Missionarinnen, die heute unter den Namen Comboni-Missionare und Comboni-Missionsschwestern bekannt sind. Während seiner Tätigkeit in Afrika, vor allem im heutigen Sudan, setzte sich Comboni auch für die Abschaffung des Sklavenhandels ein.

15.000 Gläubige auf dem Petersplatz
Die Zeremonie unter freiem Himmel auf dem Petersplatz in Rom zelebrierte das deutlich gebrechliche Oberhaupt der Katholischen Kirche im Sitzen zusammen mit etwa 50 Kardinälen, Bischöfen und Priestern, unter ihnen Großneffen der drei neuen Heiligen, vor mehr als 15.000 Gläubigen.

Während der liturgischen Formeln zur Heiligsprechung erlitt der 83-jährige Papst mehrmals leichte Hustenanfälle. In seiner Fürsprache für Comboni forderte er die internationale Gemeinschaft auf, dem mit «Schwierigkeiten und Problemen» belasteten afrikanischen Kontinent «beim Aufbau einer hoffnungsvollen Zukunft konkret zu helfen».

Papst will wieder reisen
Janssen bezeichnete er als Pfeiler der Verkündigung des Evangeliums durch die katholische Kirche in aller Welt. Freinademetz schließlich habe sein Leben der chinesischen Bevölkerung in Südschantung gewidmet und dort beispielhafte Missionsarbeit geleistet.

Am Ende der Zeremonie bestätigte der Papst, dass er am kommenden Dienstag einen Marienaltar in Pompeji bei Neapel besuchen werde. Am 16. Oktober begeht Johannes Paul II. den 25. Jahrestag seines Pontifikats. Vor knapp zwei Wochen hatte der Papst, der an Parkinson leidet, seine Generalaudienz aus Krankheitsgründen abgesagt. Mitte September kehrte er von seiner 102. Auslandsreise aus der Slowakei zurück, die er nur mit großer Mühe bewältigte. (nz)