netzeitung.deAlternativer Nobelpreis für Ex-Premier

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Träger des Alternativen Nobelpreises 2003: David Lange (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Träger des Alternativen Nobelpreises 2003: David Lange
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der ehemalige Premier Neuseelands, David Lange, hat für sein Engagement gegen Atomwaffen einen der Alternativen Nobelpreise bekommen. Eine weitere Auszeichnung ging an philippinische Globalisierungskritiker.

Der frühere neuseeländische Premierminister David Lange ist mit einem der diesjährigen Alternativen Nobelpreise ausgezeichnet worden. Das Komitee der «Right Livelihood Awards» verlieh Lange den Preis am Donnerstag, weil er sein Land 1984 gegen den erbitterten Widerstand der USA zur atomwaffenfreien Zone erklärt hatte. Wegen dieser Entscheidung durften US-Kriegsschiffe nicht mehr in neuseeländischen Häfen anlegen. Washington stufte Wellington daraufhin vom «Verbündeten» zum «Freund» herab.

Weitere Preisträger sind die philippinischen Wissenschaftler Walden Bello und Nicanor Perlas, die «wegen ihrer hervorragenden Arbeit zur Erforschung der Folgen der wirtschaftlichen Globalisierung» und dem Aufzeigen von Alternativen zu dieser ausgezeichnet werden. Das Komitee ehrte zudem die seit 1989 aktive südkoreanische Organisation «Koalition der Bürger für wirtschaftliche Gerechtigkeit» für ihr Engagement «für eine gerechtere, solidarische und demokratische Wirtschaftsentwicklung in ihrem Land».

Zum vierten Preisträger wurde der Ägypter Ibrahim Abuleisch ernannt, der die Biofirma Sekem gegründet hat. Das Komitee betonte, Abuleischs Agrar- und Pharmaunternehmen beweise, das «ein modernes Unternehmen auf dem Weltmarkt erfolgreich sein und gleichzeitig Menschen und Umwelt mit Respekt behandeln kann».

Der alternative Nobelpreis wurde im Jahr 1980 von dem deutsch-schwedischen Millionär Jakob von Uexküll gestiftet. Mit ihm werden jedes Jahr Projekte und Persönlichkeiten ausgezeichnet, die «praktische und beispielgebende Antworten» auf drängende gesellschaftliche Fragen liefern. Nach Ansicht des Stifters vernachlässigen die offiziellen Nobelpreise zu viele wesentliche Arbeiten. (nz)